Genuß auf Schwäbisch
Von Albschnecken bis zur Sterneküche
Von der Biosphärenwurst über den Albzarella bis zum Schlehensaft - auf der Schwäbischen Alb werden allerlei regionale Köstlichkeiten produziert. Gastwirte bringen diese als herzhaftes Bauernvesper oder als mehrgängiges Menü auf den Tisch, Regionalmärkte laden zum Bummeln ein. Der Einkauf bei Hof- oder Bauernläden lässt sich ideal mit einem Ausflug verbinden, bei dem man Region und Landschaft genießen kann. Gemütliche Einkehr mit gutem Essen und Trinken gehören auf der Alb zum Erlebnis der Landschaft - und das mit guten Gewissen: Denn wer regionale Köstlichkeiten genießt, trägt auch mit dazu bei, die einmalige Landschaft der Schwäbischen Alb dauerhaft zu erhalten.
Wertvolles erhalten
Wer beispielsweise in der Gegend von Ödenwaldstetten unterwegs ist, der stößt mit ein bisschen Glück auf eine Herde grasender Albbüffel. Die majestätischen Urviecher werden auf der Schwäbischen Alb seit einigen Jahren nicht nur für die schonende Landschaftspflege eingesetzt, sie liefern auch köstliche Produkte wie „Albzarella“, den schwäbischen Mozzarella, Albbüffelwurst oder die feinen, „Albbüffel-Göschla“ genannten Mautaschen.
Bereits seit dem 15. Jahrhundert gibt es Wanderschäfer auf der Schwäbischen Alb, was entscheidend zum heutigen Bild der Alb als Kulturlandschaft beigetragen hat. Auch heute gibt es noch Betriebe wie „Alb Lamm“ von Schäfer Stotz. Die Familie betreibt bei Münsingen bereits in der fünften Generation Schafzucht und bietet direkt ab Hof qualitativ hochwertiges Lammfleisch und Wurstwaren an.
Im Großen Lautertal sind die Schneckenzüchter nach 100 Jahren wieder zurück. So bereichern Albschnecken in vielen Lokalen wieder die Speisekarte. Rita Goller von den Albschnecklern hat nach historischen Vorgaben einen modernen Schneckengarten gebaut. Die Weinbergschnecken werden darin artgerecht gehalten und fressen hauptsächlich Kräuter, die auch in der Natur vorkommen wie etwa Löwenzahn, Kerbel, Sonnenblumen, Raps und Brennesseln. Vermarket werden ausschließlich Deckelschnecken, die etwa ab Mitte November erhältlich sind.
Gefühl für natürliche Genüsse
Auch der Boden auf der Alb gibt vieles her. Die Älbler produzieren und kreieren mit bäuerlichem Wissen und viel Gefühl für das, was die Natur bietet. Heraus kommen Köstlichkeiten, die Seele und Körper gleichermaßen gut tun: Albschneck oder Dinkelnudeln, Maultaschensüpple und feine Linsengerichte, Käse, Most und Wein, Brände, Schnäpse, Absinth, raffinierte Pralinen und Marmeladen, duftendes Backhausbrot sowie duftende Seifen aus feinen Ölen und Kräutern.
Alblinsen neu entdeckt
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden auf der Schwäbischen Alb Leisa - schwäbisch für Linsen – angebaut. Seit einigen Jahren erlebt die Linse in der Gastronomie eine Renaissance. Seit 1985 bauen Erzeuger auf der Alb eine kleine, grüne, französische Linsensorte an. Sie hat sich unter den Anbaubedingungen der Schwäbischen Alb gut bewährt und besitzt hervorragende Geschmacks- und Kocheigenschaften. Gourmets im ganzen Land sind vom Geschmack der "Alb-Leisa" so begeistert, dass die Bio-Bauern von der Mittleren Alb in den vergangen Jahren immer schnell ausverkauft waren. Deshalb gründeten sie die Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“, um über eine längere Spanne des Jahres hinweg Linsen liefern zu können. Der Zusammenschluss kümmert sich auch um den Erhalt alter Kulturpflanzen, besonders um die alten Linsensorten der 1940er und 50er Jahre auf der Schwäbischen Alb.
Köstlichkeiten direkt vom Erzeuger
Wer regionale Köstlichkeiten gerne bei einem besonderen Einkaufserlebnis entdecken möchte, kann über die verschiedenen Bauern- und Regionalmärkte bummeln. Der Alb Gold Landmarkt ist ein Nudelschlaraffenland mit des Schwaben liebste Speise, die Spätzle: Bauernspätzle, geschabte Königsspätzle oder frische, gekühlte Schupfnudeln und Maultaschen gehören zur Palette des Familienunternehmens, das mehr als 150 Sorten nach altem Hausrezept herstellt.
Alle Produkte der ROSE Biomanufaktur werden aus regional erzeugten Demeter- und kontrolliert ökologischen Rohstoffen produziert. Aufbauend auf heimischen Zutaten von der Schwäbischen Alb hat der Spitzenkoch Simon Tress mit Inge Tress exklusive Rezepturen komponiert.
Ein Mal im Jahr stellen sich Direktvermarkter aus der Region in der Reutlinger Oststadt zwischen Planie und Stadtgarten beim „neigschmeckt.-markt" vor. Zahlreiche Marktbeschicker aus Lebensmittelproduktion, Handwerk, Kunsthandwerk, Tourismus und Information und der Gastronomie freuen sich jährlich auf Besucherinnen und Besucher aus nah und fern.
Echt Alb – echt gut
Unter dem Motto "echt Alb - echt gut" haben elf Lebensmittelproduzenten eine Erzeugergemeinschaft gegründet. Damit ein Produkt das "echt Alb"-Siegel tragen darf und der Hersteller damit werben kann, müssen mindestens 90 Prozent der Zutaten auf der Alb produziert werden. Auch sind für jede Branche spezielle Qualitätskriterien festgelegt, die das jeweilige "echt Alb"-Produkt zusätzlich erfüllen muss. Dazu zählen die besondere Reinheit von Mineralwasser, die lange Teigführung beim Bäcker und die lange Ruhezeit des Bieres. "echt Alb" sind bislang: Alb-Gold Teigwaren, Trochtelfingen; Becka Beck Bäckerei und Konditorei, Römerstein; Berg Brauerei, Ehingen; Burkhardt Fruchtsäfte, Laichingen; Dettinger Rosstriebkellerei; Metzgerei Failenschmid, Gächingen; Rose Biomanufaktur, Ehestetten; Romina Mineralbrunnen, Reutlingen; Schäfer Stotz, Münsingen; die Weingärtnergenossenschaft Metzingen sowie Zwiefalter Klosterbräu.
Regionale Gastgeber mit Prädikat
Zur Genießerregion Schwäbische Alb gehört seit 2010 auch ein Zusammenschluss von Hoteliers und Gastronomen im und um das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Ob Lamm im Kräutermantel, Forellen aus den kristallklaren Bächen der Täler, edle Destillate von den Streuobstwiesen im Albvorland - albtypische Gerichte und hochwertige Zutaten aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb sind in den Küchen der Biosphärengastgeber selbstverständlich. Anerkannte Zertifikate, wie beispielsweise „EMAS“, „Schmeck den Süden“ oder „ServiceQualität Deutschland“, machen den hohen Standard der Biosphärengastgeber für den Besucher sichtbar.
Naturgenuss auch bei den Übernachtungs-Gastgebern: Ein regionales Frühstück mit hofeigenen Produkten zur Einstimmung auf einen erholsamen Urlaubstag. Frische Milch, dazu ein Landei, selbstgemachte Marmelade auf einem duftenden Backhausbrot, Säfte von Streuobstwiesen: Hier kann man die Alb riechen und schmecken. Die Albhof Tour unterstützt den interessierten Besucher auf seinen Ausflügen.
Die Gastronomen der Schwäbischen Alb greifen zunehmend auf die Produkte regionaler Erzeuger zu und kreieren aus Bewährtem Neues. Simon Tress vom Biohotel Rose in Hayingen-Ehestetten beweist dies mit seinem CO2-Menü, ebenso wie Sternekoch Gerd Windhösel im Hirsch in Erpfingen, oder das Sternelokal Linde in Pliezhausen. Beide Lokale zeigen, wie aus regionalen Produkten Sterne gezaubert werden können.
Dass das Ermstal ein kleines aber feines Weinanbaugebiet ist und die Silbermedaillen-Gewinnerin für Deutschland bei der Olympiade der Köche 2008, Frau Dorte Schetter, in Metzingen eine Confiserie betreibt, ist selbst vielen Baden-Württembergern noch unbekannt.
Mit gutem Gewissen genießen ...
Mit rund 34.000 Hektar und über zwei Millionen Obstbäumen bilden die Streuobstwiesen zwischen Alb, Neckar und Rems eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas. Die klimatischen Verhältnisse des Albvorlands sind für den Obstanbau in besonderer Weise geeignet. Tausende von Tonnen Äpfel, Birnen und Zwetschgen werden von über 130 Mostereien und über 1000 Brennereien in der Region zu feinen Säften, Spirituosen und anderen Köstlichkeiten verarbeitet.
...und sündigen!
Bei Deutschlands größtem Schokoladenfestival „chocolART“. Seit 2005 erwartet die Besucher einmal im Jahr grenzenloser Schokogenuss.
Weltweit einzigartig: Nachhaltige Ökologie und lokale Wirtschaft treffen sich bei bestem Geschmack: Die „chocolART“ macht's möglich! Die Universitätsstadt Tübingen am Neckar verwandelt sich in Deutschlands größte Schoko-Erlebniswelt aus stimmungsvoller Beleuchtung, raffinierter Kunst und vollendetem Geschmack – ganzheitliche Schokosophie für Jung und Alt!

