Mythos Schwäbische Alb
27.10.2026

125 Jahre Landesbahn-Strecke Kleinengstingen-Gammertingen - Dampfzug zum Jubiläum

Auf dem Bild ist die württembergische T3 Nr. 930 des SAB-Vereins (Baujahr 1905) mit dem historischen Dampfzug unterwegs durchs Ländle. Aufnahme: Andreas Bickel, © SAB e.V.

Am Sonntag, 8. November 2026 erinnern sich Eisenbahnfreunde in der Region an die Eröffnung der privaten Nebenstrecke zwischen Württemberg und Hohenzollern. Rechtzeitig dazu haben die Mitglieder des SAB-Vereins den historischen Museumszug wieder einsatzbereit gemacht.

Am 7. November 1901 eröffnete die „Hohenzollern‘sche Kleinbahn-Gesellschaft“ (H.K.G.) ihre vierte Bahnlinie. Nach dem die ersten drei Linien sich weitgehend auf preußischem Boden befanden, war für die „Engstinger Strecke“ ein Staatsvertrag mit Württemberg nötig, denn die Bahn überquerte vom württembergischen Kleinengstingen bis ins hohenzollerische Gammertingen gleich mehrfach die Landesgrenzen. Damit war die Linie ein Meilenstein für das 108 Kilometer umfassende Netz der späteren Hohenzollerischen Landesbahn AG, welches bis heute von Eyach bis Sigmaringen reicht und inzwischen von der SWEG-Schienenwege GmbH betrieben wird.

Zur Feier des Jubiläums schickt der SAB-Verein -Fast auf den Tag genau 125 Jahre später- seinen historischen Dampfzug wieder auf die Strecke. Drei Personenwagen und ein Barwagen aus den Gründertagen der Eisenbahn werden frisch hauptuntersucht hinter der Dampflok T3 Nr. 930 aus dem Jahr 1905 hängen. Mit viel Fleiß und Engagement haben die ehrenamtlichen Aktiven des Münsinger Vereins die betagten Fahrzeuge im letzten dreiviertel Jahr liebevoll restauriert. Und so gibt es neben dem Streckenjubiläum gleichzeitig auch die Rückkehr des historischen Museumszuges zu feiern.

Pendelfahrten zwischen Kleinengstingen und Gammertingen

Am Sonntag, 8. November startet die erste Fahrt des Dampfzugs um 10:55 Uhr in Münsingen. Ankunft in Engstingen ist um 11:40 Uhr. Von Kleinengstingen („Engstingen Bahnhof“) fährt der Dampfzug dann zweimal nach Gammertingen, und zwar um 12:00 Uhr und um 15:20 Uhr. Die Fahrt dauert jeweils ca. eine Stunde, Zwischenhalte werden auf der Haidkapelle, bei der Firma ALB-GOLD, in Trochtelfingen und Mägerkingen eingelegt. Von Gammertingen geht es um 13:30 Uhr und um 17:10 Uhr nach Engstingen. Der letzte Zug fährt bis Münsingen durch und kommt dort um 18:50 Uhr an. Die Dampfzüge halten nicht in Engstingen-Schulzentrum (Großengstingen). Abendrundfahrt ab Gammertingen Wer von Gammertingen aus mit dem Dampfzug eine herbstliche Abendrunde unternehmen will, kann um 17:10 Uhr bis Gomadingen (Ankunft 18:23 Uhr) mitfahren. Von dort geht es um 18:39 Uhr mit dem planmäßigen Zug der SAB GmbH zurück nach Gammertingen, wohin man um halb acht wieder zurückkehrt. Der Zug ist bewirtschaftet Mit in den historischen Zug eingereiht ist der Buffetwagen aus dem Jahr 1904. In der sogenannten „Wachholderbar“ bietet das Gastro-Team des SAB-Vereins Getränke und kleine Speisen sowie Kaffee und Kuchen an.

Fahrkarten und Vorverkauf
In den Dampfzügen gilt ausschließlich der SAB-Haustarif. Eine Rückfahrkarte von Engstingen nach Gammertingen -oder umgekehrt- kostet für Erwachsene beispielsweise 30,00 Euro, für Kinder von vier bis 14 Jahren 14,00 Euro. Die Familienkarte gilt für 2 Erwachsene und bis zu drei Kinder von vier bis 14 Jahren. Sie kostet auf dieser Strecke 70,00 Euro. Gruppen ab zehn Personen erhalten bei vorheriger Reservierung ermäßigte Spezialbilletts. Der Vorverkauf für die Dampfzugfahrten hat bereits begonnen. Nähere Auskünfte hierzu gibt es online auf www.sab-verein.de.

Hintergrund: Die ehem. HzL-Strecken und die SWEG
Die Strecken Engstingen – Gammertingen, Eyach – Stetten und Hechingen – Burladingen wurden von der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) erbaut und betrieben. Nach der Verschmelzung der HzL auf die SWEG im Jahr 2018 gehören die Strecken nun zum SWEG-Konzern – genauer: der SWEG Schienenwege GmbH. Das Unternehmen ist ein Dienstleister für den Betrieb und die Instandhaltung von Eisenbahnstrecken, gerade auch für externe Eigentümer von Eisenbahninfrastrukturen wie Kommunen, Landkreise oder sonstige. Die SWEG Schienenwege GmbH führt die lange HzL-Tradition fort und macht die Strecken gleichzeitig fit für die Zukunft. Im Rahmen der aktuellen Grunderneuerung werden Schienen, Schwellen und Gleisschotter ausgetauscht sowie Entwässerungsanlagen und Brücken erneuert. Die SWEG investiert über dieses Grunderneuerungsprogramm seit 2021 und voraussichtlich noch bis 2028 eine Summe von mehr als 150 Millionen in die Strecken des HzL-Stammnetzes. Erst kürzlich wurde auf den Streckenabschnitten zwischen Hechingen und Sigmaringen die Stellwerkstechnik erneuert. „Wir schaffen eine moderne Infrastruktur, die einen leistungsfähigen und zuverlässigen Schienenpersonennahverkehr dauerhaft ermöglichen wird“, so Markus Remmel, Geschäftsführer der SWEG Schienenwege GmbH.

Datum

27.10.2026