Mythos Schwäbische Alb
21.02.2024

Aus dem Meer geboren

SSG Pressebild, Achim Mende

Die Festungsruine Hohenneuffen ist insbesondere wegen der spektakulären Aussicht ein beliebtes Ausflugsziel. Kaum vorstellbar, dass vor Jahrmillionen an ihrer Stelle ein riesiges Meer bestand, das sogenannte Weißjura-Meer.

Und doch ist es genau dieses Meer mit seinen Korallenriffen, das den Bau der größten Höhenburg der Schwäbischen Alb überhaupt ermöglichte. Weithin sichtbar und doch nur über eine schmale Landbrücke mit der Albhochfläche verbunden, konnte sie in ihrer gesamten Geschichte niemals erobert werden.

Burg im Meer

Vor Millionen von Jahren war ganz Mitteleuropa von Wasser bedeckt – hier befand sich das besonders artenreiche Weißjura-Meer. Seine Schwamm- und Korallenriffe sollten in ferner Zukunft die steinerne Grundlage für den Burgenbau der Schwäbischen Alb bilden. Denn nachdem das Meer verlandet und nur noch die abgelagerten Kalkschichten übrig waren, ragten dort besonders harte Kalksteinfelsen hervor, die auf eben diese Riffe zurückgehen. Sie bildeten im Mittelalter ideale Burgenstandorte – auch der Hohenneuffen wurde auf einem solchen Kalksteinfelsen erbaut. Hierzu musste zunächst die Spitze des Felsens abgetragen und der Untergrund eingeebnet werden. Die aus diesem Vorgang gewonnenen Steine konnten als Baumaterial direkt für den Burgenbau verwendet werden. Bis heute bilden sie einen wichtigen Teil der mittelalterlichen Mauern des Hohenneuffens.

Datum

21.02.2024