Biobaumwolle
Eine Faser für das Leben
Titelgeschichte Marktleben Dezember/Januar:
Bei cotonea, der Marke für Bio-Textilien aus Baumwolle, steckt in jedem Produkt Leidenschaft für faires, ökologisches Handeln, für hohe Qualität und ein neues Verständnis von Wohlstand.
Der Wunsch des Menschen nach einem Leben in Einklang mit sich und der Umwelt, sein Bedürfnis nach körperlicher und seelischer Unversehrtheit, nach Ästhetik und Sicherheit, Lebensfreude und Optimismus – das steht im Zentrum der Philosophie des Unternehmens Elmer und Zweifel in Bempflingen.
Aus dieser Haltung ist die Marke cotonea entstanden. Textilien unterschiedlichster Art, von Hemden und Blusen über Kinder-Artikel bis hin zu Bettbezügen und Handtüchern werden hier aus hochwertigster Bio-Baumwolle in einem durch-weg fairen und ökologischen Prozess hergestellt. Bereits der Anfang dieses Prozesses, die Produktion der Baumwolle, ist außergewöhnlich.
Baumwolle als Entwicklungsfaktor
In speziell von Elmer und Zweifel geförderten Projekten in Kirgistan und Uganda wird die Baumwolle von kleinbäuerlichen Initiativen angebaut. Der Norden Ugandas stand 2005 am Ende eines jahrzehntelangen Bürgerkrieges. Viele Menschen hatten ihr ganzes Leben in Flüchtlingslagern gelebt, wussten nicht mehr wie man Anbau betreibt, konnten ihren Lebensunterhalt nie mit Arbeit verdienen.
Über Jahre wurde das relevante technische und ökologische Wissen wieder verbreitet und die notwendigen Prozesse, wie beispielsweise die Aufteilung von Land und das Bereitstellen von Saatgut, unterstützt, so dass ein Projekt entstanden ist, das inzwischen zigtausende Menschen ernährt.
In Zusammenarbeit mit der GIZ, der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, wird der Stamm von derzeit circa 6000 Bauern in den nächsten Jahren auf etwa 18.000 ausgebaut werden. Bedenkt man, dass deren Familien im Durchschnitt etwa 10 Personen umfassen und die aus deren Einkommen folgende Infrastruktur, so wird demnächst etwa eine Viertelmillion Menschen durch das Projekt um die Bio-Baumwolle ein Auskommen haben.
Fair zu Mensch und Umwelt
Nur wer versteht, wie globalisiert unüberschaubar und dabei oft menschenverachtend und umweltzerstörend die moderne Textilbranche arbeitet, weiß wie außergewöhnlich die Art und Weise ist, in der die Verarbeitung der Bio-Baumwolle für cotonea weiter verläuft. Sämtliche Verarbeitungsschritte, bis hin zur fertigen Konfektion, finden auf europäischem Boden statt, wo die regionale Infrastruktur es ermöglicht sogar vor der Haustür, auf der Schwäbischen Alb. In Albstadt etwa werden die Garne für die Polohemden verstrickt. Entscheidend ist dabei jedoch, dass die gesamte Produktionskette in der Hand der Firma Elmer und Zweifel liegt. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Schritte biologisch absolut unbedenklich und in der Entlohnung durchgehend fair geschehen.
„Meist wird nur nach der biologischen Rohstoffproduktion und der Näherei gefragt“, stellt Geschäftsführer Roland Stelzer enttäuscht fest. Dabei gibt es außer diesen beiden Produktionsschritten eines Textils noch viele weitere, wie das Spinnen, Weben, Färben, die in Bezug auf Fairness und Umwelt relevant sind.
Im Rahmen ihrer Fair-for-Life-Zertifizierung werden für cotonea alle diese Schritte beachtet. Darüber hinaus gibt es bereits für die ersten cotonea-Artikel einen Produktpass, der Transparenz über die gesamte Produktionskette bietet. Dieses sehr aufwändige Zeugnis, das es sonst für fast kein Textil gibt, soll in Zukunft für alle cotonea-Produkte erstellt werden.
Alte Denkweisen überwinden
Die Produktivität im Bio-Anbau muss bei Baumwolle nicht geringer sein als bei konventioneller Baumwolle. Entscheidend ist die Auswahl klimatisch geeigneter Regionen und die Schulung der Produzenten. Für cotonea steht ein qualitatives Wachstum im Mittelpunkt, das mehr Nutzen bei geringerem Verbrauch schenkt.
Unsere Gesellschaft muss Wohlstand neu definieren“, davon ist Roland Stelzer überzeugt. „Wir verstehen unter Wohlstand nicht materiellen Überfluss, sondern materielle Sicherheit und die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, ein lebenswertes Leben in einer intakten Umwelt, das gekennzeichnet ist durch Respekt, Gerechtigkeit, Freiheit, Sicherheit, Verantwortung, politische Stabilität und Frieden. Unser wirtschaftliches Handeln darf nicht zu Lasten der Menschen gehen, die an der Herstellung des Produktes beteiligt sind oder derjenigen, die es nutzen, und auch nicht zu Lasten der Umwelt und unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“
Marktplatz der Nachhaltigkeit
Zu einer nachhaltigen Arbeitsweise gehört für die Produzenten von cotonea auch die Qualität und Haltbarkeit ihrer Produkte. Über die Auszeichnung mit dem höchsten Gütesiegel der Textilwirtschaft – dem IVN-Best-Zertifikat – hinaus wird höchster Wert auf die qualitativ hochwertige Verarbeitung gelegt. Nur was lange schön bleibt, ist auch nachhaltig produziert.
Wir in der Region haben den Vorteil, ein umfangreiches Sortiment von cotonea auf dem Gelände der Firma Elmer und Zweifel in Bempflingen direkt anschauen zu können. In der dort eingerichteten VIVENA Markthalle finden sich von Bettwaren bis zu Kleidung sämtliche Textilien der Firma zusammen mit ausgewählten Artikeln anderer Hersteller für einen genussvollen und biologischen Lebensstil, darunter auch Weine, Äle und Seifen. Wer dort war wird bestätigen, dass der Weg nicht zu weit gewesen ist. Wer es dennoch näher haben möchte, der bedient sich im Online-Shop unter www.cotonea.de.
Es ist leicht, den von Roland Stelzer formulierten Werten zuzustimmen, hier steht nicht nur das Produkt im Blick, sondern das ganze Leben. Es ist nicht so leicht, diese Werte in so umfassender und nachhaltiger Weise umzusetzen, wie es mit der Produktion der Marke cotonea gelungen ist.
Vivena Markthalle
Elmer und Zweifel Areal
Auf dem Brühl 1
72658 Bempflingen
Telefon 07123-9380-53
Äffnungszeiten
Montag-Freitag 10-18 Uhr, Samstag 10-16 Uhr