19.11.2020

Chefdirigent Fawzi Haimor verlässt WPR

Fawzi Haimor, © Jürgen Lippert

Nach dreijähriger Amtszeit als Chefdirigent der Württembergischen Philharmonie Reutlingen (WPR) nimmt Fawzi Haimor vorzeitig Abschied, wie er gestern dem Stiftungsrat der WPR mitteilte:

„Schweren Herzens habe ich mich dazu entschlossen, als Chefdirigent der Württembergischen Philharmonie Reutlingen mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Es war mir in den letzten drei Jahren immer die größte Freude mit der WPR zu arbeiten. Doch aufgrund der weltweiten Pandemie, die unser Leben sicher noch länger beeinflussen wird, und der mir dadurch auferlegten Zwangspause, glaube ich, dass es für das Fortkommen und die Vorausplanung des Orchesters das Beste ist, wenn ich diesen Schritt gehe. Ich will mich ausdrücklich auch bei den Menschen in Reutlingen bedanken, die mich und meine Familie in ihrer Gemeinschaft während der ganzen Zeit so willkommen geheißen haben. Es war mir eine große Ehre, ein Teil des kulturellen Lebens dieser großartigen Stadt zu sein.“

WPR-Stiftungsratsvorsitzender, Oberbürgermeister Thomas Keck, bedauerte den Schritt des beim Publikum in Reutlingen gern gesehenen Amerikaners: „Der Stiftungsrat und ich als Vorsitzender bedauern außerordentlich Herrn Haimors Entschluss, vorzeitig seine Tätigkeit als Chefdirigent der WPR zu beenden. Wir waren überaus glücklich, mit ihm einen Dirigenten zu haben, der die Internationalität der Stadt Reutlingen und unseres Orchesters so verkörperte und in seiner Arbeit mit dem Orchester zum Ausdruck brachte. Wir bedanken uns sehr für die drei wunderbaren Jahre, die er hier – oft auch mit seiner ganzen Familie –bei uns verbracht hat und freuen uns, wenn er weiterhin als Gastdirigent zu uns kommt.“

Auch WPR-Intendant Cornelius Grube drückte sein Bedauern aus: „Fawzi Haimor war ein ausgesprochener Sympathieträger für das Orchester, er hatte sowohl die Orchestermitglieder als auch das Publikum von Beginn an für sich eingenommen. Ihn nun als Chefdirigenten unter so unglücklichen Umständen zu verlieren, bedauern wir zutiefst. Wir verstehen aber auch, dass er seinen Lebensmittelpunkt gerade in diesen pandemiegeplagten Zeiten nahe bei seiner Familie sieht, um deren Gesundheit er sich sorgt. Wir werden ihm nach der Coronakrise in jedem Falle noch ein schönes nachträgliches Abschiedskonzert ermöglichen und ihn auch weiterhin als Gastdirigent sicher immer wieder bei uns in Reutlingen erleben können. In jedem Fall gebührt ihm unser großer Dank für sein Engagement und die künstlerischen Visionen der letzten drei Jahre.“

Nun will man bei der WPR die kommende Spielzeit zunächst einmal Gastdirigate vergeben und hierfür auch aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten für den Chefdirigentenposten einladen.

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