Mythos Schwäbische Alb
18.10.2024

Das Samenhandelsmuseum erstrahlt in neuem Glanz

Foto: Historische Museen Reutlingen
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Fast genau vor dreißig Jahren öffnete das Samenhandelsmuseum in Gönningen seine Türen. Mit einem vielfältigen Programm feierten die Gönningerinnen und Gönninger am 2. Oktober 1994 ihr neues Museum. Vorausgegangen war im Sommer 1992 die Ausstellung „Gönningen – Ein Dorf treibt Handel mit der Welt“ im Rahmen der Feiern zum 900-jährigen Ortsjubiläum. Sie wurde damals vom Heimatmuseum unter der Mithilfe vieler aktiver und ehemaliger Samenhändler erstellt.

Vor allem der damalige Gönninger Bezirksbürgermeister Prof. Dr. Paul Ackermann setze sich dafür ein, dass aus der Sonderausstellung eine dauerhafte Ausstellung im Bezirksamt Gönningen wurde. Sie zeigt die wirtschafts- und kulturhistorische Einmaligkeit der Wiesazgemeinde mit ihrer über 250-jährigen Geschichte des Samenhandels. Dabei war es den Ausstellungsmachern um Werner Ströbele und Astrid Wendt wichtig, keine romantische „Heimatstube“ zu inszenieren, sondern das zu zeigen, was der Samenhandel war. „Nicht Abenteuerlust oder falsch verstandene Romantik trieb die Dorfbewohner auf ihre Handelsreisen bis nach Amerika und Russland. Der Samenhandel war eine Frage des Überlebens - eine nüchterne Angelegenheit“ fasste Paul Ackermann bei der Eröffnung die Beweggründe der Gönninger Samenhändlerinnen und Samenhändler zusammen.

Seither gab es nur kleiner Änderungen im Museum, wie beispielsweise die Erstellung von Reproduktionen, um einzelne Originalobjekte zu schützen. Zum Jubiläum erhielt das Samenhandelsmuseum nun eine größere Veränderung: Die Gönninger Grafikerin Friederike Benz verlieh allen Texttafeln und Beschriftungen eine neue Optik, die die stellvertretende Leiterin der Historischen Museen, Eva Bissinger, sprachlich überarbeitet hat. Dabei legten sie Wert darauf, dass sich die neuen Elemente gut in die bisherige Präsentation einfügen, gleichzeitig aber auch heutigen Anforderungen an Texte in Museen entsprechen.

Schon von Beginn an unterstützen viele Gönningerinnen und Gönninger den laufenden Betrieb des einzigartigen Museums durch die Übernahme von Führungen und Aufsichtsdiensten, Sach- und Geldspenden sowie durch ihr großes Wissen. Seit der Wiedererweckung der Gönninger Tulpenblüte und der Gründung des gleichnamigen Vereins ist das Museum fester Bestandteil zahlreicher Ausflugsgruppen nach Gönningen. Viele Vereinsmitglieder, allen voran Rainer Ganzner, stehen dem Museumsteam bis heute weiter mit Rat und Tat zur Seite und führen zahllose Gruppen durch das interessante Museum. Ein großer Dank für die Hilfe bei der Neugestaltung geht an Rainer Ganzner, Christel Pahl, Ulrike Epp, Andreas Fetzer und alle anderen, die durch Hinweise, Ideen und Fotos mitgeholfen haben, dem Samenhandelsmuseum zu seinem Jubiläum neuen Glanz zu verleihen.

Am kommenden Samstag, 19.10., findet der traditionelle Blumenzwiebel-Herbstmarkt des Vereins Tulpenblüte von 11.00 bis 18.00 Uhr bei der Firma Samen-Fetzer mit Bewirtung und Kinderprogramm statt. An diesem Samstag ist auch das Samenhandelsmuseum von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, so dass alle Interessierten die neue Gestaltung bewundern können. Ansonsten ist das Museum zu den Öffnungszeiten des Gönninger Bezirksamts (Mo, Di, Mi, Fr 8.00-11.30 Uhr und Do 14.00-18.00 Uhr) geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Datum

18.10.2024