Mythos Schwäbische Alb
06.06.2018

Dicke Fische aus einem kleinen Fluss

honau rössle forellen marktleben
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Titelbild Marktleben juni 2018
Titelbild Marktleben juni 2018
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Regional und fangfrisch auf den Teller ©Marktleben

Titelbild Marktleben juni 2018
Titelbild Marktleben juni 2018

Titelbild der aktuellen Ausgabe von Marktleben

Mit dem diesjährigen Fischerfest, am 14. und 15 Juli, weiht der Forellenhof Rössle in Honau seine neue Fischzuchtanlage ein.

Wer würde erwarten, dass unterhalb des Albtraufs, weit ab von allen großen Gewässern, Fisch eines der exquisitesten regionalen Lebensmittel ist? Unten, am Fuße der Alb, in einem schattigen Winkel, entspringt eine kräftige Quelle. Durch die vor direkter Sonneneinstrah- lung geschützten Lage behält das Wasser seinen großen Sauerstoffanteil, und seine Temperatur bleibt sommers wie winters konstant bei circa acht Grad. Ein idealer Platz für Forellen. Das frische Wasser der Echazquelle füllt unterhalb des Schlosses Lichtenstein seit schon fast 130 Jahren die Fischbecken des Forellenhofs Rössle.

Ein Fest für alle Fischfreunde
Mit dem Fischerfest feiert das Rössle alle zwei Jahre seine Fischprodukte. Am idyllisch gelegenen Echazufer neben der Fischzuchtanlage, im großen Partyzelt, gibt es neben Live-Musik und Kinderprogramm die frisch zubereiteten Spezialitäten des Hauses. Küchenchef Michael Stoll lässt sich jedes Mal etwas Besonderes einfallen, was zum üblichen Angebot der Speisekarte extra für das Fest hinzukommt.

Das Kabarett-Duo Hämmerle & Leibssle gastierte schon in den vergangenen Jahren immer wieder im Rössle. Auch beim diesjährigen Fischerfest werden sie mit ihrem so tiefsinnig wie witzigen Programm Schwäbisches Roulette kulturell zu einem Maximum an schwäbischem Hochgenuss beitragen. Wer an diesem Abend mitlachen möchte, sollte sich Karten reservieren.

Bei Führungen erfährt man alles über die Aufzucht und Verarbeitung der Fische. Das ist ja das Schöne an der regionalen Produktion, dass man hingehen und es sich ansehen kann. Man kommt direkt mit den Inhabern, den Familien Gumpper und Stoll, ins Gespräch und kann sich von der Qualität und Nachhaltigkeit der gesamten Produktion überzeugen, bekommt alle Fragen beantwortet. Das ist die Sicherheit, die alle Gütesiegel übertrifft.

Tag der offenen Tür
Mit der aufwendigen Renovierung der Fischbecken in den letzten zwei Jahren, wurden die Bedingungen für die Fische weiter verbessert. Ein 30 Meter tiefer Brunnen wurde gegraben zur Sauerstoffanreicherung des Wassers. Der Sauerstoffgehalt des Wassers wird ständig kontrolliert und kann nun auch in extrem warmen Sommern immer konstant gehalten werden. Die Fütterungsanlage verteilt das Futter gleichmäßig über den Tag, was für die Fische viel besser ist, als ein- oder zweimal täglich eine große Menge zu bekommen.

Hier wird keine Intensivmast betrieben, bei der Fische mit Sauerstoffüberfluss und Hormonen in sechs Monaten großgezogen werden. Hier leben die Fische mindestens 12 Monate in Becken, die nicht bis ans Maximum der Besatzdichte gefüllt sind. Mit einem Gewicht von zwei Gramm kommen sie von Züchtern aus dem Schwarzwald und aus Schelklingen. Durch das hervorragende Wasser der Echaz und die Nähe zur Quelle sind die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum der Fische gegeben.

Für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet
Außerdem wurde eine Filteranlage vor den Rückfluss des Wassers in die Echaz eingebaut – obwohl Michael Stoll sagt, dass er schon als Kind das Wasser aus der Echaz unterhalb der Fischzuchtanlage getrunken hat, und das auch vor Einbau des Filters noch getan hat. Aber so sind alle gesetzlichen Auflagen auch für die Zukunft ordentlich erfüllt. Falls einmal, wie im vorletzten Winter, das Wasser der Quelle knapp werden sollte, kann das filtrierte Wasser sogar wieder in die Anlage eingeleitet werden.

Gleich neben der Zuchtanlage, in der Tobelmühle, werden die Forellen und Saiblinge sorgfältig verarbeitet, filetiert, geräuchert, verpackt. Die Erfahrung vieler Jahrzehnte und der hohe Qualitätsanspruch lassen eine Spezialität entstehen, die auch Sterneköche schätzen und die dem Forellenhof Rössle in Honau regen Zulauf beschert.

Durch und durch regional
Das Rössle hat aber nicht nur seinen leckeren eigenen Fisch. Und auch die Rahmkartoffeln sind zwar legendär, aber ebenfalls nicht der einzige Grund, hier essen zu gehen. Alle Gerichte sind voller regionaler Zutaten, die besten Produzenten der ganzen Gegend findet man hier vertreten. Den Albbüffel kann man zum Beispiel sehr lecker zubereitet essen und das Wild wird direkt von umliegenden Jägern angeliefert und im Wild-Raum von den Köchen selbst gehäutet und zerlegt.

Im Forellenhof Rössle ist jetzt die neunte Generation in die Führung des Hauses eingestiegen. Neben Michael Stoll und seiner Frau Christiane haben nun auch seine Cousinen Christine und Marie-Luise Gumpper die Verantwortung für die Fortführung der Familientradition übernommen. Sie entlasten die Mütter, Dagmar Gumpper und Karin Stoll, in der Leitung von Restaurant und Hotel. Für die Fischzucht ist nach wie vor Gerhard Gumpper zuständig, und die Oma Lore bereitet heute noch, wie quasi immer schon, das Qualitätsmerkmal jeder schwäbischen Küche, den Kartoffelsalat zu.

Ein Höhepunkt in der Familientradition
Die zahlreichen Mitglieder zweier Familien und eine stattliche Zahl langjähriger, erfahrener Mitarbeiter bieten das Potential für das ausgesprochen vielfältige Angebot im Rössle. Außergewöhnliche Veranstaltungen wie Krimi-Dinner, Kabarett-Abende, Grill- Kurse am Echazufer und Kochkurse für Gruppen ergänzen das Restaurant und das Hotel mit dem wunderschönen Alb-Spa im verglasten Dachgeschoss des Hauses.

Nicht nur die Fischbecken wurden erneuert, sondern auch im Haus wurde viel renoviert, und so steht das Rössle nun an einem Höhepunkt seiner 230-jährigen Geschichte. Ob Gast seit Generationen oder zufällig vorbeikommender Wanderer, alle schätzen die zuvorkommende Freundlichkeit und hohe Professionalität des Rössle-Teams. Mit ihrem Einfallsreichtum und ihrer Leidenschaft haben die Familien Stoll und Gumpper den Forellenhof Rössle zu einem der ganz dicken Fische unter den regionalen Anbietern gemacht.