Mythos Schwäbische Alb
17.06.2026

Die Erntesaison bei Kirschen beginnt - Tipps zu Sicherheit

Simon Walch, Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau des Landratsamtes Reutlingen, zeigt, wie die Ellbogenprobe bei Leitern aussieht. (Fotoquellen: Landratsamt Reutlingen)

Die Bäume im Landkreis hängen voll mit Früchten und die ersten Kirschen werden reif - es beginnt die Zeit der Obsternte! Die Aussicht auf leckere Früchte frisch vom Baum wird voraussichtlich auch dieses Jahr wieder viele Menschen in die Bäume locken. Gleichzeitig bestehen beim Ernten in den Bäumen auch Gefahren, die es zu beachten gilt. Die Fachberatung für Obst- und Gartenbau des Landkreises Reutlingen gibt Hinweise zur sicheren Ernte.

Jedes Jahr werden der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) über zweitausend Unfälle mit Leitern gemeldet, mit zum Teil schweren Verletzungen oder Todesfolge. Umso wichtiger ist es, grundlegende Sicherheitsvorkehrungen beim Ernten von der Leiter zu beachten.

Das beginnt schon bei der Auswahl der richtigen Leiter: Auf unbefestigtem Boden (bspw. auf der Wiese) müssen Leitern mit sog. Leiterdornen ausgestattet sein. Diese verankern die Leiter im Boden und verhindern, dass sie wegrutschen kann. Diese Dorne können auch nachgerüstet werden und sind im Fachhandel erhältlich. Falls die Leiter nicht angelehnt werden kann, empfiehlt sich der Einsatz von Leitern mit Stützen. Durch diese steht die Leiter auch frei stabil. Die Stützen sollten höhenverstellbar sein, um Unebenheiten im Gelände (z.B. beim Ernten am Hang) ausgleichen zu können. Mehr Infos zu Leitern gibt es in der SVLFG-Broschüre „B19 Leitern“, verfügbar unter www.svlfg.de/leiter.

Vor dem Ernten sollten alle Leitern kontrolliert werden: Gibt es sichtbare Beschädigungen (z.B. Dellen, Bruchrisse, etc.)? Schon kleine Deformationen können die Stabilität der Holme oder Sprossen stark beeinträchtigen. Aufgrund ihrer erhöhten Bruchgefahr sollten solche Leitern unbedingt ausgemustert werden.

Leitern sollten immer zur Baummitte hin aufgestellt werden. Falls die Leiter kippt (bspw., weil der Ast, an dem sie angelehnt wurde, nachgibt), fällt sie in den Baum hinein anstatt nach außen. Dadurch besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die kippende Leiter rasch von größeren Ästen aufgefangen wird und ein tiefer Sturz vermieden werden kann.

Beim Aufstellen sollte die Leiter in einem Winkel von 65-75° zur Horizontalen stehen, um optimale Stabilität und einen guten Lastabtrag zu gewährleisten. Dieser „Anstellwinkel“ lässt sich leicht mit der sog. „Ellbogenprobe“ überprüfen:

  1. Mit einer Körperseite zur Leiter von vorn an die unterste Sprosse stellen.
  2. Den Ellenbogen seitlich ausstrecken. Wenn der Ellenbogen gerade so die Leiter berührt, stimmt der Winkel. Reicht der Ellenbogen nicht an sie heran, ist die Leiter zu flach. Kann er nicht ganz ausgestreckt werden, ohne an die Leiter zu stoßen, steht die Leiter zu steil.

Wenn die Leiter steht, sollte überprüft werden, dass sie einen stabilen Stand hat. Dafür empfiehlt es sich, mit dem gesamten Gewicht kräftig auf die unterste Sprosse zu treten. So lässt sich leicht feststellen, ob bspw. unter einem der Holme zufällig ein Mauseloch liegt und die Leiter in die Schräge kippt. Beim ersten Aufsteigen sollte direkt die oberste Sprosse mittels eines Zurrgurts an einen stabilen Ast festgebunden werden. Dadurch kann die Leiter nicht mehr im Baum verrutschen.

Weitere Infos zum Obst- und Gartenbau

Der Landkreis wünscht allen Obstwiesenbesitzenden eine gute und sichere Ernte! Bei Fragen zur Arbeitssicherheit, aber auch bei allen Belangen rund und den Obst- und Gartenbau steht die Fachberatung allen Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Reutlingen zur Seite. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten unter https://www.kreis-reutlingen.de/obst_gartenbau

Datum

17.06.2026