Mythos Schwäbische Alb
17.12.2025

Die Reutlinger Museen an Weihnachten und über den Jahreswechsel 2025-2026

Historische Museen Reutlingen, Teller, 8./7. Jhd. v.Chr., Fundort: Großengstingen, Haid
Doppelter Rittberger, Jose Manuel Grandío, Wildlife Photographer of the Year 2025
atelierJAK, Ausstellungsansicht „Seoul Blindness“, Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus, 2025. Foto: Andreas Stephan © the artist.
Historische Museen Reutlingen, Teller, 8./7. Jhd. v.Chr., Fundort: Großengstingen, Haid
Doppelter Rittberger, Jose Manuel Grandío, Wildlife Photographer of the Year 2025
atelierJAK, Ausstellungsansicht „Seoul Blindness“, Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus, 2025. Foto: Andreas Stephan © the artist.

Kunstmuseum, Heimatmuseum und Naturkundemuseum laden über Weihnachten und den Jahreswechsel zu vielfältigen Ausstellungen und Veranstaltungen ein. Alle Häuser sind am 24.12. (Heiliger Abend) und 31.12. (Silvester) geschlossen. Das Heimatmuseum öffnet am 1.1.2026 seine Türen erst um 13.00 Uhr. Ansonsten gelten in allen Häusern die jeweils üblichen Öffnungszeiten: Heimatmuseum und Naturkundemuseum Di-Sa 11:00-17:00 Uhr, Do 11:00-19:00 Uhr und Sonn- und Feiertage 11:00-18:00 Uhr, Kunstmuseum Di-So und Feiertage 11:00-17:00 Uhr, Do 11:00-20:00.

Tagesaktuelle Informationen entnehmen Sie bitte den Websites der Museen.

Heimatmuseum Reutlingen

Im Heimatmuseum präsentiert die neue Ausstellung „Aus der Erde gehoben“ die Highlights der archäologischen Sammlung der Historischen Museen. Besucherinnen und Besucher können einen Blick in die Vergangenheit vor bis zu 5000 Jahren werfen und kunstvollen Schmuck, prächtige Waffen und praktische Werkzeuge der Kelten, Römer und Alemannen bestaunen. Die Funde geben einen faszinierenden Einblick in die frühgeschichtliche, spätrömische und frühmittelalterliche Besiedlung des Reutlinger Raums. Ergänzt wird die Ausstellung mit einem Blick auf die wichtigsten Grabungen der letzten beiden Jahrhunderte, etwa auf der Achalm. Schlaglichtartig wird dabei auch die Entwicklung der archäologischen Tätigkeit in Reutlingen vom 19. Jahrhundert bis heute nachgezeichnet. Junge Besucherinnen und Besucher können an einer Mitmach-Station auch selbst im Sand graben und archäologische Funde entdecken – und auch Ältere sind natürlich herzlich eingeladen, in die Rolle eines Archäologen zu schlüpfen. Auch die Dauerausstellung lohnt einen Besuch!

Naturkundemuseum Reutlingen

Im Naturkundemuseum ist die Naturgeschichte der Erde, des Lebens und der Region zu entdecken sowie die Sonderausstellung „Wildlife Photographer of the Year – Die besten Naturfotos des Jahres“ zu sehen. Der Wildlife Photographer of the Year gilt als „Oscar" der Naturfotoszene. Es ist der weltweit größte und renommierteste Wettbewerb für Naturfotografie, veranstaltet vom Natural History Museum London. Diesmal wetteiferten Fotografen aus 117 Ländern mit fast 60.000 Einsendungen um die begehrten Preise. Das Naturkundemuseum zeigt die Auswahl der 100 besten Bilder, die von der Jury prämiert wurden: großartige Landschaftsaufnahmen, außergewöhnliche Tierfotos und faszinierende Unterwasser-Fotografien. Sie sind entsprechend den Kriterien des Wettbewerbs ausschließlich in freier Natur entstanden und einzigartig in der Motivauswahl, ihrer Aussage, Farb-, Form- und Lichtkomposition oder ihrer speziellen Perspektive. Jedes Bild ist damit ein Kunstwerk, das nicht nur den Einfallsreichtum und die technische Brillanz des Fotografen, sondern vor allem die atemberaubende Schönheit der Natur vor Augen führt und zum Staunen, Entdecken und Nachdenken einlädt. Mit bewegenden Einblicken in das großartige und manchmal auch dramatische Naturgeschehen zieht die Ausstellung jedes Jahr mehr als eine Milliarde Menschen auf allen Kontinenten in ihren Bann

Am 1. Weihnachtsfeiertag (25.12.) führt Diplom-Geologe Eberhard Quoss um 15:00 Uhr zum Thema "Edelsteine - Brillante Zeugen für die Erforschung der Erde". Edelsteine faszinieren seit jeher: ihre Brillanz, ihre Farben und ihre strenge Form. Sie schmücken sowohl den Körper wie auch Objekte, dienen als Statussymbole und sollen magische Kräfte besitzen. In der Antike glaubte man, dass Kristalle entweder durch Wärme verdickte Feuchtigkeit oder eine besondere Form von Eis sind. Wissenschaftler werfen einen etwas anderen Blick auf Diamant, Rubin und Co. Sie untersuchen verschiedene Erscheinungsformen oder Modifikationen in der Zusammensetzung wie mikroskopisch kleine Einschlüsse. Sie denken über die Entstehung der Edelsteine nach und stellen fest, dass die Kristalle erstaunliche Geschichten erzählen – Geschichten aus den Tiefen der Erde oder von einer fernen Vergangenheit. Aber was sind Edelsteine überhaupt und was macht sie so wertvoll? Es sind die speziellen Eigenschaften ganz unterschiedlicher Minerale, die diese für Menschen begehrenswert machen. Der Edelstein ist keine wissenschaftliche Kategorie, sondern ein Schlagwort der Schmucksteinindustrie. Früher galten nur eine Handvoll Minerale als richtige Edelsteine, wobei die Abgrenzung zum Rest relativ willkürlich war. Der Eintritt ist frei.

Am Donnerstag, 1. Januar 2026 führt um 15 Uhr Diplom-Biologe Thomas Klingseis durch die Sonderausstellung zum Thema "Wildlife – Die Geschichten hinter den Bildern". Hier werden die Fotos mit biologischem Hintergrundwissen vorgestellt und ihre Aussagekraft zum Verhalten und Lebensumfeld von Vögeln, Säugern und anderen Arten beleuchtet.

Die Teilnahme kostet 5,00 €, bis 18 Jahre frei.

Am Freitag, 2.1.2026 findet um 15:00 Uhr im Rahmen der Sonderausstellung ein Programm für 4-6-Jährige mit Anne Horn statt zum Thema "Die Müllabfuhr des Waldes – Ameisen.“ statt. Ameisen sind wahre Kraftpakete. Sie bauen Straßen, auch riesige Nester, versorgen ihre Königin und sammeln fleißig alles, was nicht mehr gebraucht wird – fast wie eine Müllabfuhr. Aber wie schaffen sie das alles zusammen? Und warum sind sie überhaupt so wichtig? Gemeinsam werden die fleißigen Waldarbeiter und ihre Geheimnisse erforscht.

Der Unkostenbeitrag beträgt 2,00 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 07121/303 2022 oder direkt im Museum.

Kunstmuseum Reutlingen

Das Kunstmuseum Reutlingen | Spendhaus zeigt die Ausstellung „What You Get Is What You See“ mit ortsspezifischen Arbeiten des Künstlerduos atelierJAK. Durch das Unvermögen, trotz intakter Sehfunktionen Objekte erkennen zu können, wird der Protagonist JAK zu einer Stellvertreter:innenfigur bei wahrnehmungspsychologischen und phänomenologischen Diskursen, die zentral in der künstlerischen Praxis von atelierJAK sind. Im Spendhaus inszenieren – und dekonstruieren – sie eine neue drei-Minuten-Sequenz ihres umfangreichen Filmprojekts „Soul Blindness“.

Ebenfalls im Spendhaus zeigt das Kunstmuseum auf zwei Etagen in der Ausstellung „Das Politische schneiden. HAP Grieshaber und der Bauernkrieg“ seine Arbeiten zum Bauernkrieg, einem Lebensthema des Künstlers. Vor 50 Jahren war ihm das mangelnde Interesse in der BRD am Bauernkriegsjubiläum ein Ärgernis, das mit dem „Bauernkriegsengel“ und der Mappe „Dran dran weil ir tag habt“ zur künstlerischen Tat wurde. In der Ausstellung werden Holzschnitte, Entwürfe, Malbriefe und Maquetten in Bezug zu Teilen der großformatigen ‚documenta-Wand‘ gesetzt.

Vier Positionen aus Norditalien vereint die poetische Gruppenausstellung „Falscher Marmor und glühende Sterne“ Kunstmuseum Reutlingen | konkret in den Wandel-Hallen. Neben den bekannten Arte Povera-Größen Marco Gastini, Giuseppe Spagnulo und Gilberto Zorio ist das Werk der aufstrebenden Mailänder Künstlerin Linda Carrara zu entdecken. Bei allen spielen die künstlerische Geste, das den Materialien bereits innewohnende Ausdruckspotential wie auch elementare Erfahrungen (etwa mit Erde und Wasser, Feuer und Luft, Zeit und Raum) eine wichtige Rolle.

Zwischen den Jahren, am Sonntag, 28. Dezember, findet von 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr eine Öffentliche Führung in der Ausstellung statt (ohne Anmeldung, Teilnahme: 3,00 € zzgl. Eintritt).

Der Eintritt in die Ausstellungen in Spendhaus und Wandel-Hallen kostet als Kombiticket 7,00 €, donnerstags ist der Eintritt frei.

Datum

17.12.2025