Mythos Schwäbische Alb
19.09.2025

Erste Apfel- und Birnen-Sortenbestimmung in der Pomologie seit über 100 Jahren

Foto: Verschiedene Apfelsorten in Körben (Fotoquelle: Landratsamt Reutlingen) Flyer

Im Eduard-Lucas-Haus auf der Pomologie Reutlingen findet am Samstag, 04. Oktober, und am Sonntag, 05. Oktober 2025, wieder eine Sortenbestimmung für Apfel- und Birnensorten statt. Die Sortenbestimmung ist ein wertvolles Angebot für alle Bewirtschaftende, Pächterinnen, Pächter und Besitzende von Obstbäumen, sei es auf der Streuobstwiese oder im Hausgarten.

Das Jahr 2025 bringt im Landkreis einen ersten Vollertrag im Obstbau seit 2018. So hängen nun auch Früchte an Bäumen, deren Knospen in den Vorjahren häufig erfroren sind. Bevor Tafelobst unerkannt als Mostobst abgegeben oder liegengelassen wird, lohnt es sich, von den Spezialisten im Eduard-Lucas-Haus eine Sortenbestimmung zu erhalten.

Sortenbestimmung für alle Interessierten
Das Sortenbestimmer-Team um den Landespomologen Hans-Thomas Bosch, der seit Jahren zur alljährlichen Sortenbestimmung kommt, bietet nun erstmals im Eduard-Lucas-Haus eine Bestimmung aller Birnen- und Apfelsorten an. Dort befinden sie sich in bester Tradition, denn hier war die weltweit renommierte Lehranstalt für Gartenbau, Obstkultur und Pomologie ansässig. Das „Pomologische Institut Reutlingen“ bestand von 1860 bis 1922. Das Wohnhaus des Gründers Eduard Lucas wird aktuell durch den 2025 gegründeten Förderverein zu neuem Leben erweckt.

Zur Sortenbestimmung werden mindestens fünf unbeschädigte reife Früchte pro Sorte benötigt, die eine typische Fruchtgröße und gute Ausfärbung mitbringen sollten. Da mit Wartezeiten zu rechnen ist, werden für die Reihenfolge Nummernkarten ausgegeben und in der Reihenfolge aufgerufen. Für die Wartenden gibt es ein Angebot von Kaffee, Kuchen und Apfelschorle, eine kleine Sortenausstellung, Beratungsmöglichkeit am Büchertisch und einen Ausstellungsraum mit Objekten aus dem Obstbaumuseum Glems.

Das Eduard-Lucas-Haus ist vom Parkhaus Pomologie nur einen kurzen Fußweg entfernt.

Unerkannte Sortenschätze
Viele Sorten im Streuobst und Hausgarten eignen sich für den Frischverzehr. Viele altbewährte Sorten bringen ein besonderes Geschmackserlebnis und eine Aromenvielfalt mit, die bei modernen Züchtungen nur selten zu finden sind. Allein im Landkreis Reutlingen kann von weit über 400 unterschiedlichen Apfelsorten und über 200 Birnensorten ausgegangen werden. Darunter sind Sorten die sich bestens für das Backen und Dörren oder für das Brennen von Destillaten eignen. Einige haben auch hervorragende Lagereigenschaften.

Oft geht das Sortenwissen zu den bewirtschafteten Obstbäumen auf dem Gütle verloren und damit verschwindet die Möglichkeit, Sorten mit Namen wie „Reutlinger Streifling“, „Ohmenhäuser Sämling“, „Süße Grüne Schafsnase“ oder „Pfullinger Birne“ wertzuschätzen. In den Streuobstwiesen in der Region schlummern Sortenschätze.

Weitere Informationen
Die Sortenbestimmung wird organisiert und begleitet von den Fachberatern für Obst- und Gartenbau am Landratsamt Reutlingen in Zusammenarbeit mit der Fachvereinigung Obstbau im Landkreis Reutlingen und dem Förderverein Eduard-Lucas-Haus. Pro Fruchtprobe sind zwei Euro zu entrichten.

Veranstaltungsort ist das Eduard-Lucas-Haus, Friedrich-Ebert-Straße 2, 72762 Reutlingen

Die Bestimmungszeiten sind:

  • Samstag, 04. Oktober, 14:00 Uhr - 17:00 Uhr
  • Sonntag, 05.Oktober, 12:00 Uhr - 16:00 Uhr

 

Kontakt Fachberatung für Obst- und Gartenbau: gruenflaechenberatung@kreis-reutlingen.de

Datum

19.09.2025