Mythos Schwäbische Alb
11.07.2024

Residenzschloss Urach: Die Bauarbeiten sind in vollem Gang

SSG Pressebild

Wer heutzutage vor dem Residenzschloss in Bad Urach steht, blickt auf zahlreiche Bauzäune mit farbenfrohen Bauzaunbannern. Die Informationen darauf bieten einen kleinen Blick in die Zukunft, können das Interesse der Bad Uracher Bürgerschaft am Baufortschritt jedoch nicht stillen. Soviel sei verraten: Es geht voran! – Der Rückbau im Inneren ist so gut wie abgeschlossen und hat Interessantes zum Vorschein gebracht und im Außenbereich laufen die Arbeiten ebenfalls auf Hochtouren.

Der Schlosshof ist eine große Baustelle

Seit Anfang dieses Jahres ist die Baustelle Schloss Urach in vollem Gange. Im Außenbereich wurden die Baugruben für das neue Fluchttreppenhaus und für die Zisterne, mit der das Dachwasser zur Bewässerung des Gartens aufgefangen werden soll, ausgehoben. Kein leichtes Unterfangen bei der geologischen Beschaffenheit des Untergrunds; immer wieder stößt der Baggerfahrer auf Sandschichten und Hohlräume.

Die neue Fluchttreppe wird zukünftig bis in das zweite Obergeschoss führen, so dass die Mehrfachnutzung als Museum und Veranstaltungsort gegeben sein wird.

Ein Teil des alten Gartens dient im Moment den Handwerkern als Zufahrt zur Baustelle und als Lagerplatz. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird sich dieser Bereich als musealer Renaissance-Garten präsentieren, angelehnt an die Gartenkultur zur Zeit Barbara Gonzagas von Mantua. Mit Hilfe von Georadaruntersuchungen konnte bewiesen werden, dass der Schwanensee an dieser Stelle im Mittelalter noch nicht existiert hat. Demnach könnte in diesem Bereich auch ein Garten angelegt gewesen sein. Der neue Museumsgarten soll zukünftig im Rahmen der Öffnungszeiten für Besucher zugänglich sein. Zusammen mit der Renaturierung und Umgestaltung der gesamten Umgebung am Ermskanal wird er dann einen innerstädtischen Beitrag zur Gartenschau leisten.

Alle sind willkommen

Auch wenn das bisherige Kassenhaus seinen Zweck erfüllen konnte, wird es sich zukünftigen Besuchern großzügiger und moderner präsentieren. Diese Umgestaltung berücksichtigt in besonderem Maße die Anforderungen der Barrierefreiheit: die Verbreiterung der Eingangstür und ein tiefer angelegter Thekenbereich sollen insbesondere Rollstuhlfahrern den Zugang erleichtern. Daneben werden auch die Bedürfnisse der Mitarbeitenden berücksichtigt. Neben einem abgetrennten Büroarbeitsplatz ermöglicht der Umbau einen eigenen Personalbereich, in den sie sich bei Bedarf zurückziehen können.                                                                 

Für die Besucher steht dagegen in der Dürnitz ein kleiner Lounge-Bereich zur Verfügung, um zu verweilen oder auf den Beginn der Führung zu warten.

Das gesamte Schlossgebäude wird hinsichtlich der elektrischen, heizungs-, klima- und sicherheitstechnischen Einrichtungen auf den neuesten Stand gebracht. Eine Pelletheizung im Keller wird zukünftig die einzelnen Räume mit der notwendigen Wärme versorgen.

Eine besondere Behandlung erfährt das Sorgenkind im Schloss, der Goldene Saal. Besucher und Ausstattung litten gleichermaßen unter der starken Sonneneinstrahlung und den Temperaturschwankungen. Vorfenster mit UV-Schutz und eine neue Heizung werden beides in Zukunft verhindern.

Die Vergangenheit in die Zukunft geführt

Die Baumaßnahmen im Außen- und Innenbereich förderten zahlreiche spannende Entdeckungen zutage. Im Rahmen der Georadaruntersuchungen wurden Mauerreste und Mauerabdrücke im Gartenbereich ausfindig gemacht und bei den Aushubarbeiten konnten zahlreiche Mauerreste untersucht werden. Anhand dieser Funde könnten möglicherweise Aussagen zu bislang unbekannten Gebäuden in der direkten Umgebung des Schlosses getroffen werden.  

Im Inneren des Schlosses brachte die Entfernung der Wandverkleidungen im Schlittensaal die alte Fachwerkkonstruktion ans Tageslicht, wodurch die ursprüngliche Unterteilung des Saals in kleinere Räume nachvollzogen werden kann.

Zur großen Überraschung der Beteiligten haben hier auch Reste alter Wandbemalungen die Jahrhunderte überdauert; diese sollen konserviert und für die Besucher sichtbar bleiben.

Zudem wurden in Hölzern aus allen Bauphasen des Schlosses Hinweise auf Flößerei gefunden. Damit kann der Nachweis erbracht werden, dass es bereits beim Bau des Schlosses um das Jahr 1400 in der direkten Umgebung an Fichtenholz mangelte und das Material von weiter her herangeschafft werden musste.

All diese neuen Erkenntnisse und was vielleicht noch entdeckt werden mag, wird seinen Niederschlag im Ausstellungskonzept finden und zukünftigen Besuchern die Geschichte des Schlosses nahe bringen.

KONTAKT

Residenzschloss Urach

Bismarckstraße 18
72574 Bad Urach

+49 (0) 7125.158 490

info@schloss-urach.de

www.schloss-urach.de

www.schloesser-und-gaerten.de

 

Datum

11.07.2024