Mythos Schwäbische Alb
16.07.2026

Sozialdezernent Andreas Bauer nach fast 39 Jahren im Landratsamt in den Ruhestand verabschiedet

Foto: Sozialdezernent Andreas Bauer (Bildquelle: Thomas Kiehl)

Nach fast 39 Jahren im Landratsamt Reutlingen wurde Sozialdezernent Andreas Bauer am Dienstag, den 14. Juli 2026, in den Ruhestand verabschiedet. Andreas Bauer gehörte über 20 Jahre zur Führungsriege der Landkreisverwaltung und hat die Geschicke des Landkreises maßgeblich mitgestaltet und geprägt. Mit Kreissozialamt, -jugendamt und -gesundheitsamt sowie den Trägeraufgaben im Jobcenter gehörten soziale Sicherung, Gesundheit, Kinderschutz, Familienhilfe ebenso wie Altenhilfe zum Verantwortungsbereich von Sozialdezernent Andreas Bauer. Seine Haltung war dabei immer auf Konsenssuche ausgerichtet und gute behördenübergreifende sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit ihm ein großen Anliegen.

Im Dezember 1987, direkt nach seinem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg, fing Andreas Bauer im Landratsamt Reutlingen an. Zunächst arbeitete er als Sachbearbeiter im Kreissozialamt, ab Dezember 1990 war er im Umweltschutzamt tätig. Zurück in den Sozialbereich wechselte er zu April 2001, als Leiter des Kreissozialamts. Im August 2004, während der Hochphase der Umsetzung der Verwaltungsreform und der Jobcentergründung, übernahm Andreas Bauer die Leitung des Sozialdezernats in Stellvertretung. Ab April 2005 war er gewählter Sozialdezernent und leitete bis 2008 zusätzlich das Kreissozialamt.

Während seiner Tätigkeit lagen ihm Kinderschutz und die nachhaltige Weiterentwicklung sozialer Angebote und Infrastruktur am Herzen. Andreas Bauers Arbeitsbereich war stets von vielen gesetzlichen Änderungen geprägt, deren Umsetzung er aktiv mitgestaltet hat - immer das Wohl der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises im Blick. So steuerte er die große Verwaltungsreform 2005 mit der sinnvollen Verlagerung von vielen Aufgaben auf die örtliche Ebene mit. Gleichzeitig wurden in dieser Phase mit Unterstützung der Stadt Reutlingen die Jobcenter als gemeinsame Einrichtung mit der Agentur für Arbeit gegründet. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass eine Behörde entstanden ist, in der Kolleginnen und Kollegen mit drei verschiedenen Arbeitgebern als Einheit zusammenarbeiten - für die Menschen im Landkreis. Auch die Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) ab 2017 wurde unter seiner Federführung umgesetzt. Hinzu kamen zahlreiche Pflegereformen und der Aufbau der Pflegestützpunkte im Landkreis. Um die Gesundheitsversorgung im Landkreis auch in Zukunft verlässlich und in hoher Qualität sicherstellen zu können, wurde Ende 2024 das Modellprojekt zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung unter Federführung des Sozialdezernenten auf den Weg gebracht.

Andreas Bauer hat in den vergangenen Jahrzehnten sowohl das Landratsamt als auch das Sozialdezernat durch stürmische Zeiten und die eine oder andere Krise geführt. Mit der Corona-Pandemie waren unter anderem das Sozialdezernat und die angegliederten Ämter Soziales, Jugend und Gesundheit extrem gefordert. Auch die Folgen der Pandemie sind besonders in diesem Dezernat und seinen Ämtern noch deutlich zu spüren. Ein härterer Ton in der Gesellschaft bis hin zu erhöhter Gewaltbereitschaft auch Mitarbeitenden der Kreisverwaltung gegenüber sind ebenso Themen, die die Amtszeit von Andres Bauer besonders in den letzten Jahren geprägt haben. Dabei stellte er sich immer schützend vor seine Mitarbeitenden.

Seine Arbeit und seine Haltung waren geprägt vom Ziel, den sozialen Frieden im Landkreis zu stärken. Landrat Dr. Ulrich Fiedler betont: „Mit Andreas Bauer verlässt uns ein Kollege, der mit viel Herzblut, Engagement, Sachverstand und Sinn fürs Pragmatische seine Aufgabe als Sozialdezernent über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg ausgeübt hat. Sein Anliegen war es dabei immer, den Menschen im Landkreis verlässliche soziale Angebote und eine sich stetig weiterentwickelnde soziale Infrastruktur zu bieten. Stillstand kannte er nicht. Andreas Bauer hat um seine Arbeit und seine Person nie große Worte verloren, sondern einfach gemacht. Ich bin ihm für seine Verdienste um den sozialen Zusammenhalt im Landkreis unglaublich dankbar.“

 

Datum

16.07.2026