Mythos Schwäbische Alb
01.08.2025

Verleihung der Bevölkerungsschutz-Einsatz-Medaille am 31.07.2025 in Metzingen

Foto: (Quelle: Landratsamt Reutlingen)

Regierungspräsident Klaus Tappeser und Landrat Dr. Ulrich Fiedler haben am Donnerstag, 31.07.2025, im Namen der Landesregierungen von Baden-Württemberg und Bayern die Bevölkerungsschutz-Einsatz-Medaille bzw. die Bayerische Fluthelfer-Nadel 2024 an Einsatzkräfte aus der Region verliehen. Geehrt wurden in Metzingen insgesamt fast 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des DLRGs und des Technischen Hilfswerks, welche im Rahmen der Hochwasserlage im Juni 2024 in Summe länger als 24 Stunden im Einsatz waren.

Lange anhaltender Dauerregen, verbunden mit Gewitter und Starkregen führten am letzten Mai-Wochenende im Zeitraum von Freitag, 31. Mai 2024, bis Sonntag, 02. Juni 2024, in Süddeutschland zu katastrophalen Überschwemmungen. Mancherorts fielen binnen 24 Stunden mehr Regen als normalerweise im Durchschnitt in einem Monat erwartet wurde. Der starke Regen war Folge einer besonderen Wetterlage. Ein Tief transportierte sehr feuchte und warme Luft aus der Mittelmeerregion nordwärts nach Deutschland. Winde aus nordwestlicher Richtung quetschen diese feuchtwarme Luft regelrecht über dem Süden und der Mitte Deutschlands. Meteorologen warnten schon Tage zuvor vor dem Unwetterpotential in Süddeutschland. Die Flusspegel stiegen in manchen Regionen in kürzester Zeit auf Rekordniveau.

Einsätze im Landkreis Reutlingen und Überlandhilfe
Auch in unserem Landkreis stiegen die Pegelstände von Echaz und Erms sowie an der Großen Lauter zeitweise an die kritische Hochwassermarke und entwickelten sich zu reißenden Flüssen. An einigen Stellen traten sie auch über die Ufer und Keller liefen voll. Der Neckar brachte sehr große Wassermassen und Treibholz von seinem Oberlauf, blieb jedoch weitgehend in seinem Flussbett. Die Anrainerfeuerwehren unserer Gewässer waren pausenlos im Einsatz, um Gebäude vor Überflutung durch Hochwasserschutzsystemen und Sandsackbarrieren zu sichern sowie bereits vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Insgesamt waren mehr als 350 Einsatzkräfte an insgesamt 379 Einsatzstellen über das Wochenende hinweg gefordert.

Zur Überlandhilfe rückte auch der gemeinsame Wasserrettungszug der DLRG Reutlingen und Ulm in das Krisengebiet nach Bayern aus. Er wurde durch die Behörden angefordert und über das Regierungspräsidium Tübingen und das Landratsamt Reutlingen in Marsch gesetzt.

Im Landkreis Reutlingen sind Schäden von rund 2,5 Millionen Euro entstanden. Das Land Baden-Württemberg hat schnell und unbürokratisch finanzielle Mittel aus dem Paket „Landeshilfe nach schweren Naturereignissen und Unglücksfällen“ bereitgestellt. Der Landkreis erhielten knapp 1,1 Millionen Euro zugewiesen, die als Soforthilfe anteilig an neun betroffene Gemeinden zur Wiederherstellung ihrer zerstörten Infrastruktur ausbezahlt wurden.

Fast 100 Einsatzkräfte mehr als 24 Stunden im Einsatz
Im Mittelpunkt der Verleihung in Metzingen standen die Einsatzkräfte, die insgesamt länger als 24 Stunden im Einsatz waren. Darunter waren 27 Einsatzkräfte der Feuerwehr Lichtenstein, 13 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Urach, 17 Einsatzkräfte der Feuerwehr Reutlingen sowie eine Einsatzkraft der Feuerwehr Metzingen. Außerdem wurden 21 Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks und 23 des DLRGs ausgezeichnet. Letztere bekamen zusätzlich die Fluthelfer-Nadel der Bayerischen Landesregierung verliehen.

Herr Regierungspräsident Tappeser und Herr Landrat Dr. Fiedler dankten in ihren Grußworten für den Mut, die Entschlossenheit und mit welcher Hingabe die Kräfte ihren Einsatz geleistet haben. Regierungspräsident Klaus Tappeser betonte: „Sie geben Halt, Sie machen Mut, Sie geben Hoffnung und Sie haben bewiesen, unser Zusammenhalt ist unsere größte Stärke.“ Landrat Dr. Ulrich Fiedler ergänzte: „Sie sind Vorbild und Inspiration für uns alle, selbst Verantwortung zu übernehmen und für andere einzustehen.“

Datum

01.08.2025