Mythos Schwäbische Alb
22.04.2022

Vortrag: Herzog Christoph - der berühmte Sohn Urachs in der Europäischen Politik

SSG-Pressebild, Steffen Hauswirth

Das frühe 16. Jahrhundert war gekennzeichnet von gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen, die auch vor den Grenzen des Herzogtums Württemberg nicht Halt gemacht haben.

Aufstände der Bauern und zusätzlich die Auswirkungen der Reformation führten europaweit zu politischen und religiösen Verwerfungen. Im Herzogtum Württemberg selbst waren es zusätzlich die politischen Abenteuer eines Herzog Ulrich, die das Herzogtum an den Rand des Ruins und in die politische Isolation führten.

Nach dem Tod des Herzogs trat dessen Sohn Christoph ein belastetes Erbe an. Ganz anders als sein Vater, engagierte er sich, seinen Besitz weiterzuentwickeln. Am Ende seiner Regentschaft stand Württemberg innen- und außenpolitisch auf einer soliden Basis der bilateralen Beziehungen.

Der Lebensweg Herzog Christophs ist Gegenstand des Vortrags von Prof Dr. Franz Brendle von der Universität Tübingen. Der Vortrag findet statt am Mittwoch, den 4. Mai, um 19.00 Uhr in der Dürnitz des Residenzschlosses Urach.

Vom ungeliebten Sohn zum geachteten Landesvater
Als Herzog Christoph im Jahr 1515 im Uracher Schloss zur Welt kam, war die Ehe seiner Eltern bereits gescheitert. Herzog Ulrich von Württemberg und Sabina von Bayern führten eine äußerst unglückliche Beziehung, deren Schlusspunkt damit besiegelt war, dass Sabina nach Urach flüchtete und im dortigen Schloss ihren Sohn Christoph zur Welt brachte. Wenige Monate später sollte sie zu ihrer Familie nach Bayern zurückkehren, wo sie bis zum Tod ihres Ehegatten blieb.

Christophs Vater, Herzog Ulrich, verweigerte jeden Kontakt zu seinem Sohn und Christoph wuchs entfernt vom Stuttgarter Hof in Tübingen auf. Als es 1519 zu Auseinandersetzungen zwischen Herzog Ulrich und den Habsburgern kam, wurde Christoph als Geisel an deren Hof nach Innsbruck gebracht, wo er die nächsten Jahre seines Lebens verbrachte. Im Anschluss daran lebte er an verschiedenen Fürstenhöfen in ganz Europa; er avancierte sogar zum Berater von Katharina von Medici, der Königin von Frankreich. In dieser französischen Phase erlebte er die Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken und Protestanten, die in der blutigen Bartholomäusnacht ihren Höhepunkt fanden. Zutiefst beeindruckt von diesen Erfahrungen, war er zeitlebens an einem friedlichen Miteinander der Konfessionen interessiert, so dass er auch beim Konzil in Trient teilnahm.

Als er nach dem Tod Herzog Ulrichs im Jahr 1550 die Regentschaft in Württemberg übernahm, fand er ein Land vor, das finanziell ruiniert und politisch in die Ecke gedrängt war. In zähen Verhandlungen erreichte er, dass sein Herzogtum vom Einfluss der Habsburger wieder unabhängig wurde, und er konnte damit beginnen, sein Land zu reformieren und zu entwickeln.

Am Ende seiner Herrschaft konnte er auf ein Land blicken, in dem alle lesen und schreiben konnten, die finanzielle Situation gefestigt und sogar die Nachfolge auf dem Thron gesichert war.

Das wechselvolle Leben dieses vielseitigen und umsichtigen Herzogs ist Gegenstand eines Vortrags, der am Mittwoch, den 4.Mai im Schloss Urach von Prof. Dr. Brendle gehalten wird. Einlass ist ab 18.30 Uhr, der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr.

 

Herzog Christoph – der berühmte Sohn Urachs in der europäischen Politik

Referent: Prof Dr. Franz Brendle

Termin: Mittwoch, 4. Mai, 19.00 Uhr

Abendkasse: 6,00 €

 

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Datum

22.04.2022