Mythos Schwäbische Alb
21.02.2025

Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung: Expertinnen und Experten trafen sich auf Einladung des Landrats in Reutlingen

Foto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops (Quelle: Kreiskliniken Reutlingen)

Um auch in Zukunft den Menschen im Landkreis eine hochwertige, verlässliche und zeitgemäße Gesundheitsversorgung bieten zu können, hat der Landkreis Reutlingen ein Modellprojekt auf den Weg gebracht. Die Gesundheitsversorgung wird dabei als Ganzes in den Blick genommen, analysiert und weiterentwickelt. Zum Auftakt hat Landrat Dr. Ulrich Fiedler vergangene Woche Expertinnen und Experten aus dem Bereich der gesundheitlichen Versorgung zu einem gemeinsamen Workshop nach Reutlingen eingeladen. Entstanden sind wertvolle Impulse, die zur Konkretisierung des Modellprojekts beitragen sollen.

 

Rückblick auf den Workshop in Reutlingen
Landrat Dr. Ulrich Fiedler begrüßte am Donnerstag, 13.02.2025, rund 20 Fachleute zum zweitägigen Workshop auf der Achalm. Mit dabei waren lokale sowie überregionale Vertreterinnen und Vertreter von Kliniken, Ärzteschaft, Pflege, Wissenschaft, Medizinberatungen, des Landratsamtes sowie Mitglieder der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ins Thema führten Andreas Bauer, Sozialdezernent des Landkreises, und Prof. Dr. Jörg Martin, Berater und Koordinator des Projekts, ein. Auf dem Programm standen anschließend zwei Impulsvorträge. Dr. Franceso De Meo, ehemaliger Vorstand der Helios-Kliniken, sprach zum Thema „Den schlafenden Riesen wecken - Transformation zu einem leistungsfähigen Gesundheitswesen“. Prof. Dr. Boris Augurzky, Mitglied in der Regierungskommission, erläuterte in seinem Vortrag, „was die nächste Bundesregierung im Gesundheitswesen anpacken muss“. Im weiteren Verlauf des Workshops wurden Handlungsfelder definiert und ausgearbeitet, mit denen sich der Landkreis Reutlingen beim Thema Gesundheitsversorgung beschäftigen sollte. Darunter Bereiche wie Prävention, Patientensteuerung, Digitalisierung und Finanzierung.

Gesundheitsversorgung ganzheitlich und sektorenübergreifend betrachten
Die Gesundheitsversorgung im Landkreis Reutlingen steht - wie bundesweit - vor enormen Herausforderungen. Deshalb wurde durch den Landkreis das Modellprojekt zur strategischen Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung initiiert. Auf Basis einer flächendeckenden Analyse soll ein Struktur- und Medizinkonzept für die Gesundheitsregion erstellt werden.

Einen zentralen Meilenstein für das Projekt hatte der Kreistag im Dezember 2024 gelegt und die Verwaltung mit der Ausschreibung dieses Konzepts beauftragt. Als nächster Schritt wurde der Workshop mit den Expertinnen und Experten durchgeführt. Die Ergebnisse des Workshops werden nun ausgewertet und fließen anschließend in die Konkretisierung des Modellprojekts sowie die Vorbereitung der Ausschreibung ein.

Fachleute sind sich einig, dass die Gesundheitsversorgung der Zukunft Gesundheitsförderung, Prävention, medizinische und gesundheitliche Versorgung, Rehabilitation und Pflege vereinen sollte. Dafür braucht es vernetzte und sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen, interdisziplinäre und patientenorientierte Kooperationen sowie fest etablierte Gesundheits-förderung und Prävention. Daneben gilt es, die Möglichkeiten von Telemedizin und KI im Blick zu behalten.

All diese Aspekte werden im Modellprojekt berücksichtigt. Es knüpft dabei auch an die 2022 vorgestellten Ergebnisse des vom Land Baden-Württemberg geförderten Projektes „Sektorenübergreifender Primärversorgungsverbund“ an. Damit waren die Voraussetzungen für eine landkreisweit vernetzte, sektorenübergreifende, interdisziplinär ausgerichtete, koordinierte Primärversorgung geschaffen worden.

 

Datum

21.02.2025