15.05.2020

Gebäude- und Wanderkarte über das Albgut, ehemals Altes Lager

Die ehemalige Soldatensiedlung aus dem 19. Jahrhundert einst und heute

Münsingen. Eine militärhistorische Freizeit- und Wanderkarte über den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen gibt es bereits. Da lag es nahe, im gleichen Stil auch eine Gebäude- und Straßenkarte über die angrenzende einstige Soldatensiedlung Altes Lager zu erstellen. Autor Joachim Lenk, der bereits ein Buch über den Schießplatz („Letzter Appell in Schwäbisch Sibirien“) veröffentlicht hat und aktuell an einem Buch über das Alte Lager („Baracken,Bataillone undBâtiments“) arbeitet, hat zusammen mit dem Münsinger Grafiker und Verleger Wolfgang Wiedemann einen entsprechenden Faltplan herausgebracht.

Heute stehen auf dem als Kulturdenkmal ausgewiesenen Gelände, das rund 72 Hektar groß ist, noch knapp 150 Gebäude. Die ehemalige Truppenunterkunft wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, um den Männern des XIII. Königlich Württembergischen Armeekorps nach getaner Feldausbildung auf dem angrenzenden Schießplatz ein Dach über dem Kopf zu bieten. Davon profitierten in der Folgezeit weitere Generationen von Soldaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg konfiszierte die französische Armee die militärische Liegenschaft. 1992 wurde die Bundeswehr neuer Eigentümer, die das Alte Lager bis Ende 2005 nutzte. Zehn Jahre später erwarb der ehemalige Münsinger Nudelfabrikant Franz Tress die einstige Soldatensiedlung, die er in den nächsten Jahren „zu einer zivilen, nachhaltigen Wohlfühlwelt“ umgestaltet.

Wer das weitläufige Gelände auf eigene Faust erkunden möchte, ist mit dieser übersichtlichen Gebäude- und Straßenkarte bestens gewappnet, sich nicht zu verlaufen. Es handelt sich dabei um keine topografische, sondern um eine aufgepeppte dreidimensionale Grafik. Sie weist den Besuchern über farbige Zahlen den Weg zu den thematisch zusammengestellten Se­hens­würdigkeiten. Diese sind auf der Rückseite des Faltplans beschrieben und mit mehr als 30 historischen Fotos und Postkarten illustriert. Der Betrachter erfährt zum Beispiel alles Wissenswerte über die ehemalige Offiziersspeiseanstalt aus dem vorletzten Jahrhundert und die Königlich Württembergische Post aus dem Jahr 1907, in der sich heute ein Bistro und die Albgut-Verwaltung befinden.

Es wird erklärt und gezeigt, wo einst die Offiziere und die Mannschaften genächtigt und gegessen haben, wo verwundete Soldaten und verletzte Pferde der Kavallerie versorgt wurden und wo die Kapelle steht, die einst ein Geräteschuppen war. Der 110 Meter lange und 8,9 Meter hohe Kohlenhof ist ebenso beschrieben, wie der Fernmeldeturm Gonio, die ehemalige Kommandantenvilla, die einem Schloss gleicht, sowie das im 20. Jahrhundert weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Hardt-Hotel, in dem hohe Militärs und prominente Zeitgenossen nächtigten. Die Karte erinnert nicht nur an die Vergangenheit, sie zeigt auch auf, wie heute die einzelnen Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen, genutzt werden. So zum Beispiel als gläserne Manufakturen, als Veranstaltungslocations, als Ausstellungshallen, als Museum und als Kunsthaus.

Info: „Gebäude- und Wanderkarte über das Albgut, ehemals Altes Lager“, Faltplan, 31 Fotos und Abbildungen, 60 x 50 Zentimeter, ISBN 978-3-941453-36-4, erschienen im Wiedemann-Verlag Münsingen. Sie ist unter Telefon 07381/2090 für 6,90 Euro zu bestellen, außerdem ist sie im Albgut in der Königlichen Post, im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb, im Buchhandel, bei der Tourist-Info in Münsingen oder unter www.Wiedemann-Verlag.de oder www.AltesLager.com zu bekommen.

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