Mythos Schwäbische Alb
14.09.2022

Umfangreiche Grenzsteinzeugensammlung ans Kreisarchiv übergeben

Foto: Kreisarchiv Reutlingen

Eine außergewöhnlich große und schöne Sammlung von rund 1.500 Grenzsteinzeugen (meist gebrannte oder glasierte Tontäfelchen, die in geheimer Anordnung tief unter Grenzsteinen vergraben wurden) wird jetzt im Kreisarchiv in Reutlingen verwahrt.

Hermann Rühle aus Pfullingen hat sie in Jahrzehnten zusammengetragen. Dieter Rühle, sein Sohn, hat sie jetzt Dr. Marco Birn, dem Leiter des Kreisarchivs übergeben. Der Kontakt wurde vermittelt von Kurt Müller, der sehr lange im Pfullinger Geschichtsverein aktiv war und Hermann Rühle gut kannte.

Die Sammlung enthält drei große Holztafeln mit eingelassenen Zeugen, die sich für Ausstellungen eignen. Die Täfelchen tragen meist das Wappen und den Namen einer Gemeinde. „Das sind Schmuckstücke in unserem Archiv“ so Dr. Marco Birn.

Die Täfelchen stammen aus über 25 Landkreisen in Baden-Württemberg, und viele davon sind in der Datenbank des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung bisher nicht enthalten. Der Landkreis Reutlingen ist mit 150 Zeugen und vielen Exemplaren aus der Zeit vor 1900 am häufigsten vertreten.

In Württemberg soll es mehr als 200 aktive Sammler geben. Die Setzung von Grenzsteinen und die Regelung von Grenzstreitigkeiten war ein traditionsreiches Ehrenamt in den Gemeinden. Die „Untergänger“ waren geachtete und gefürchtete Geheimnisträger. Wenn ein Grenzstein unrechtmäßig versetzt wurde, konnten sie anhand der Beschaffenheit und Anordnung der vergrabenen Zeugen unter dem Grenzstein den Betrüger überführen. Ab 1900 übernahmen die Vermessungsämter dann nach und nach die Aufgabe der Grenzüberwachung.

Datum

14.09.2022

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