Mythos Schwäbische Alb
30.09.2020

Wimsener Höhle wird Geopoint

UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb zeichnet berühmte Höhle aus / Schauhöhlentreffen 2020:

Schelklingen / Hayingen-Wimsen, 29. September 2020 – Kaum irgendwo in Europa gibt es so viele Höhlen wie auf der Schwäbischen Alb. Die Wimsener Höhle ist wohl einer der berühmtesten schwäbischen Höhlen und weltweit bekannt. Sie wird am 2. Oktober vom UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb als Geopoint ausgezeichnet. Am gleichen Tag findet in Hayingen auch das jährliche Netzwerk-Treffen der schwäbischen Schauhöhlen-Vertreter statt. Es wird vom Geopark betreut.

Im Höhlenkataster sind über 2800 Höhlen auf der Schwäbischen Alb erfasst. Doch keine kann wie die Wimsener Höhle zwei Superlative für sich beanspruchen: Sie ist die einzige mit dem Boot befahrbare Schauhöhle Deutschlands und auch die tiefste erforschte Unterwasserhöhle Deutschlands. „Wer schon einmal mit dem Boot die Welt der Wimsener Höhle erkundet hat, wird das nie wieder vergessen. Sie ist ein idealer Ort, um die Faszination Höhle zu erleben“, sagt Dr. Siegfried Roth (Geopark-Geschäftsführer).

Das Alter der Karsthöhle wird auf etwa eine Million Jahre geschätzt. Die bekannte Gesamtlänge der Höhle beträgt 723 Meter, 70 Meter davon sind befahrbar. Die Wimsener Höhle ist die Quellhöhle der Zwiefalter Ach. Die Quellschüttung schwankt wie bei jeder Karsthöhle stark: von 60 bis 1.800 Litern pro Sekunde. Der Höhlenreichtum der Alb war einer der Gründe, warum die UNESCO die Schwäbische Alb mit dem Titel UNESCO Global Geopark adelte.

Hohen Besuch bekam die Wimsener Höhle bereits 1803, als der spätere Kurfürst Friedrich I. von Württemberg die Höhle besichtigte. Seitdem wird sie auch Friedrichshöhle genannt. "Die Wimsener Höhle ist ein Besuchermagnet. Dort kann man Erdgeschichte live erleben. Mit der Geopoint-Auszeichnung wird dieser einzigartige Ort nun im internationalen Kontext gewürdigt", freut sich Thomas Reumann (Landrat Reutlingen). Ein Geopoint-Schild in Deutsch und Englisch steht nun am Höhleneingang und verlinkt auf die Geopark-Website mit weiteren Infos.

Was sind Geopoints?

Geopoints sind wichtige Komponenten des Besucherlenkungskonzeptes, das der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb mit lokalen Partnern realisiert. Sie kennzeichnen Geotope oder Objekte, an denen Erdgeschichte erlebbar wird. Mittelfristig ist geplant, hundert Geopoints auf der Schwäbischen Alb auszuweisen. Dazu werden vor Ort Infotafeln aufgestellt, die in die Thematik einführen. Die Wimsener Höhle ist der 34. Geopoint.

Schauhöhlen-Treffen am 2. Oktober ebenfalls in Hayingen-Wimsen

Wie viele Menschen besuchen die Schauhöhlen des UNESCO Global Geoparks jedes Jahr? Und wie können die überwinternden Fledermäuse noch besser geschützt werden? Diese und ähnliche Fragen werden am 2. Oktober die Vertreter der zwölf Schauhöhlen sowie des Schaubergwerks Tiefer Stollen beschäftigen. Angesichts der Corona-Problematik wird der Austausch über Erfahrungen und gemeinsame Hygiene-Konzepte für die Schauhöhlen-Vertreter im Mittelpunkt stehen. Schauhöhlen geben der breiten Bevölkerung die Möglichkeit, Höhlen zu begehen. Dort gibt es präparierte Wege und eine installierte Beleuchtung. Informationstafeln oder angeschlossene Museen sowie die Begleitung durch Höhlenführer vermitteln das „Erlebnis Höhle“. Höhlen sind nicht nur wertvolle Geotope, sondern auch Lebensraum seltener Tierarten, Klimaarchive und bedeutende archäologische und paläontologische Fundstellen.

Datum

30.09.2020