Der Mensch und sein Lebensraum - eine neue Ausgabe des Magazins Marktleben
Mit der Biosphären-Woche vom 9.-17. Mai machen die Organisatoren des Biosphärengebiets Schwäbische Alb deutlich, um was es bei dem Gedanken des Biosphärengebiets geht und was das für jeden, der hier wohnt, bedeutet.
Wo der Mensch lebt, muss die Natur weichen. Eine traurige Wahrheit, die wir offensichtlich überall auf unserem Planeten unausweichlich immer wieder zur Kenntnis nehmen müssen. Artensterben, Naturzerstörung und Klimawandel scheinen unumgänglich zur Anwesenheit des Menschen auf diesem Planeten Erde dazu zu gehören.
Die Biosphärenreservate der UNESCO
Geht es auch anders? Die UNESCO ist dieser Frage auf der Spur. 1970 wurde ein wissenschaftliches Programm Man and the Biosphere (MAB) zur Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehungen ins Leben gerufen. Seit den 70er Jahren werden im Rahmen dieses Programms weltweit Regionen ausgezeichnet, die modellhaft für Lösungen zur nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung und dem Erhalt der Artenvielfalt stehen.
Es geht also nicht einfach um ein bisschen Naturschutz. Es geht um das modellhafte Zusammenleben von Mensch und Natur. Und zwar nicht auf einer grünen Insel von Sonderbedingungen, sondern mitten drin, dort wo Menschen wirtschaften und leben, reisen, bauen und alles tun, was zum Leben dazu gehört.
Das Gebiet, das die UNESCO mit dem Titel ausgezeichnet hat, den auch der Yellowstone-Park trägt, aber auch 631 andere Gebiete in 119 Ländern auf dem ganzen Globus, ist keineswegs auf besonders naturbelassene Flächen begrenzt. Teile des Stadtgebietes von Reutlingen und Metzingen etwa gehören ebenso dazu wie die Albhochfläche vom Süden des Landkreises Esslingen bis hinab nach <link vor-ort zwiefalten _blank>Zwiefalten und das Donautal bei Obermarchtal. Etwa 850 qkm und 29 Gemeinden und Städte.
Biosphäre zum Anfassen und Essen
Die Aktionstage der Biosphären-Woche vom 9. - 17. Mai sollen deutlich und erfahrbar machen, wie die Ziele des Biosphärengebiets Schwäbische Alb umgesetzt werden. Da gibt es natur- und kulturkundliche Führungen und Wanderungen, mit und ohne Yoga- und Qi-Gong-Einlagen. Auch Touren mit dem Fahrrad oder der Pferdekutsche führen zu eindrücklichen Naturerfahrungen. Kräuterkundliche Führungen werden ergänzt durch Kurse zum Einsatz der Wildkräuter in der Küche.
Natürlich ist auch viel Kulinarisches geboten, insbesondere die Biosphärengastgeber zeigen mit jeder Menge Einfallsreichtum, wie naturnahe und regionale Lebensmittelproduktion auf dem Gaumen ankommt. Auch Brauereien und Weingärtner geben nicht nur Einblick in ihre Produktion, sondern auch in den Geschmack dessen, was da produziert wird.
Beim Äffnen der Backhäuser erlebt man nicht nur traditionelles Backhandwerk, sondern auch Dorfgemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl. Denn für ein intaktes Zusammenleben von Mensch und Natur ist auch die Attraktivität der ländlichen Lebensräume von Bedeutung. An den unterschiedlichsten Orten kann man alte Handwerke wie Wollverarbeitung, Klöppeln, Korbflechten und viele andere kennen lernen.
Entscheidend für ein Miteinander von Mensch und Natur ist jedoch vor allem eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Und so finden sich im Programm der Aktionstage auch Vorträge zu Themen wie der Energieeffizienz beim Hausbau, dem Zusammenhang von „Lichtsmog“ und dessen Vermeidung durch moderne Lichttechnik und auch der Albwasserversorgung.
Die Biosphärenpartner
Betriebe und Personen, die sich in besonderer Weise für die Ziele des Biosphärengebiets Schwäbische Alb engagieren wollen, haben die Möglichkeit, sich als Biosphärenpartner zertifizieren zu lassen. Die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe und nachhaltiger Wirtschaftsweisen, der Schutz und Erhalt von Natur- und Kulturlandschaften und eine bessere Information und Sensibilisierung der Menschen sind die Bereiche, in denen sie sich bewegen.
Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb haben dies bereits viele getan, die insbesondere im Bereich Tourismus und Bildung angesiedelt sind. Es zählen aber auch 18 verarbeitende Betriebe aus den Bereichen Bäckerei, Brauerei, Wollverarbeitung, Verarbeitung von Streuobst und Nudelherstellung zu den Biosphärengebiets-Partnern. Auch von ihnen gibt es Angebote bei der Biosphären-Woche, etwa zur Verwertung von Streuobst.
Für den Frieden mit der Natur
„Biosphärenreservate sind wissenschaftliche Einrichtungen für Nachhaltigkeit, Plätze um die Interaktion zwischen sozialen und ökologischen Systemen zu erforschen“, so schreibt es die UNESCO. Sechzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb und des <link freizeittipps biosphaerengebiet-einzigartig-zum-entdecken _blank>Biosphärenzentrums organisieren das Biosphärengebiet und informieren über dessen Besonderheiten und Ziele.
Die interaktive Ausstellung des Biosphärenzentrums Schwäbische Alb im Alten Lager in Münsingen-Auingen gibt nicht nur Einblick in das Biosphärengebiet, sondern auch einen Überblick über die anderen Biosphären- reservate weltweit. Ein Museum, das auch Kindern Spaß macht und sinnvoller Weise auch montags geöffnet ist.
Frieden war die Motivation, aus der die UNESCO im November 1945 gegründet wurde. Der Friede zwischen Mensch und Natur zeigt sich in unseren Tagen zunehmend als eine Grundlage für den Frieden zwischen den Völkern. Mit den Aktionstagen des Biosphären- gebiets treten wir ein in diese Friedensarbeit. Gibt es ein versöhnliches Zusammenleben von Mensch und Natur? Die Schwäbische Alb ist jetzt Teil der Antwort auf diese Frage.
Quelle: www.marktleben.de - Das Magazin ist online und an über 200 Auslegestellen im Landkreis Reutlingen kostenlos erhältlich.