Mythos Schwäbische Alb
28.02.2019

Vortrag: Der Einsiedel im Schönbuch – Graf Eberhards Lieblingsstiftung

Der Einsiedel im idyllischen Waldgebiet Schönbuch ist heute noch ein beliebtes Ausflugsziel, doch nur wenige wissen, welche Bedeutung die dortigen Kloster- und Schlossanlagen einst für die württembergische Landesgeschichte hatten. Urachs berühmtester Sohn etwa – Graf Eberhard im Bart – wagte mit der Stiftung des Klosters St. Peter den wohl einzigartigen Versuch, die drei Stände Klerus, Adel und Bürgertum unter einem Dach zu vereinen.

Der Historiker Dr. Andreas Heusel berichtet jedoch nicht nur von dieser bedeutenden Zeit des Einsiedels, sondern verfolgt die Geschichte auch über die folgenden Jahrhunderte weiter. Der Vortrag findet am 6. März um 19.00 Uhr in der Dürnitz des Uracher Schlosses statt.

Die Brüder vom gemeinsamen Leben

Graf Eberhard im Bart zeigte großes Interesse an der „devotio moderna“ die die „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ verkörperten. Bereits 1477 übertrug er dieser Gemeinschaft in seiner Residenzstadt Urach das Stift und die Amanduskirche. Das 1492 gegründete Stift St. Peter auf dem Einsiedel weist nicht nur zahlreiche architektonische Gemeinsamkeiten mit dem Uracher Gebäudekomplex auf, auch der berühmte Gabriel Biel war Probst in beiden Häusern. Nur vier Jahre nach der Gründung starb Graf Eberhard von Württemberg und ließ sich, bekleidet mit einem Gewand der Laienbrüder des Einsiedels, in seiner wichtigsten Stiftung begraben. Am Leben erhalten wurde jedoch bis heute ein Weißdorn, der an die Pilgerreise des Grafen Eberhard nach Jerusalem erinnert und vor seinem Jagdschloss steht.

Pferde, Wein und eine Birnensorte

Mit der Reformation Württembergs wurde das Stift auf dem Einsiedel bereits im Jahr 1537 wieder aufgehoben und sowohl die mächtige Stiftskirche als auch die Stiftsgebäude nach und nach abgebrochen oder durch Brand vernichtet. Weiter bestanden dagegen das Gestüt und die landwirtschaftliche Nutzung, die auch den Weinbau umfasste. Zu einer neuen Blüte gelangte der Einsiedel unter dem württembergischen Herzog Carl Eugen, der dort das „Château Neuf“ errichten ließ, ein mit der Solitude bei Stuttgart vergleichbarer Schlossbau. Die Landschaft rund um das Château Neuf wurde aufwändig mit Barockgärten und Alleenstraßen gestaltet. Carl Eugen ließ daneben auch die Baumschule errichten, aus der im 19. Jahrhundert eine eigene Birnensorte hervorgehen sollte.

Der Einsiedel im Schönbuch – Graf Eberhards Lieblingsstiftung

Referent: Dr. Andreas Heusel

Termin: Mittwoch, 6. März, 19.00 Uhr

Abendkasse: 5,00 €

Datum

28.02.2019

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