Mythos Schwäbische Alb
12.06.2017

Marktleben Ausgabe: Der Zauber der Wiesen

Die Rosstriebkellerei, die Brennscheuer Straßer und die Brennerei Walter in Dettingen an der Erms veredeln auf besondere Weise Obst und erhalten so die wertvolle Kulturlandschaft der Streuobstwiesen.

Es sind die warmen Sonnentage und die kalten Herbstnächte, die dem Obst im Ermstal sein besonderes Aroma verleihen. 20.000 Obstbäume gibt es im Umkreis von Dettingen - so sagt man. Gezählt haben wir sie nicht. Aber was für eine Fülle an Aromen und Geschmack! Das Streuobstwiesen-Paradies zwischen Alb und Neckar ist mit rund 26.000 ha und etwa 1,5 Millionen Obstbäumen eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas.

Die Pflege und der Erhalt dieser Kulturlandschaft sind keine Selbstverständlichkeit. Nur gepflegte Bäume tragen hochwertige Früchte und die Bewirtschaftung einer Obstwiese bis hin zur Ernte auf der Leiter ist eine aufwändige Arbeit. Viele alte, vom Aussterben bedrohte Sorten wachsen hier, die nicht zu den modernen Produktionsmethoden passen.

Deswegen lebt der Obstanbau in unserer Region vom Engagement, der Kreativität und der Leidenschaft der Menschen, die mit immer neuen Ideen das Obst der Bäume zu außergewöhnlichen Produkten verarbeiten, die die Wertschätzung der Kunden gewinnen. Im Ort Dettingen, der so viele Regionalvermarkter beheimatet, pflegen drei Betriebe die Obstverarbeitung und stellen Getränke her, die Aufsehen erregen. Es sind die Brennereien von Rose Walter und Manuel Straßer und die Rosstriebkellerei mit Hans Knauer als ehrenamtlicher Geschäftsführer und sieben weiteren Gesellschaftern.

Die Kunst des Brennens

Für ein gutes Destillat gibt es drei Voraussetzungen: die Qualität des Obstes, die Sorgfalt bei der Herstellung der Maische und die Kunst des Brennens. Die Brennereien Straßer und Walter existieren beide seit circa 100 Jahren.

 "In der Brenntechnik hat es in den letzten Jahrzehnten viele Fortschritte gegeben", erklärt die leidenschaftliche Brennerin Rose Walter. Ihr hochmoderner Brennkessel liefert eine mehrfache Destillation in jedem Brennvorgang und trennt mittels Temperaturmessung Vor- und Nachlauf exakt und sicher vom geschmacklich wertvollsten Herzstück des Brandes.

"Aber trotzdem ist bei mir die Zunge noch das verlässlichste Messinstrument", sagt sie stolz. Mit der Erfahrung von Jahrzehnten und modernster Technik zusammen erzielt sie heute eine Qualität, die von Brennereien in früheren Jahren kaum erreicht wurde.  

Schmecken und Sehen

Wie die Walters, so sind auch die Straßers Landwirte, die ihr eigenes Obst verarbeiten. Die alte Scheune hat Manuel Straßer zur Brennscheuer umgebaut, die jetzt ein wunderschöner Ort, nicht nur für Brennvorführungen und die Verkostung von Edelbränden ist. Auch Firmen- und Familienfeiern mit bis zu 55 Personen werden hier gerne abgehalten.

Hierher führt auch die Obst-Genuss-Tour, mit der Gruppen ab 10 Personen von einer Führung im Obstbaumuseum in Metzingen-Glems in einer Pferdekutsche über den Dettinger Kirschenweg zu einer Einführung in die Brennkunst fahren können. Ein bleibendes Erlebnis ist es, das feine Destillat aus dem brodelnden Brennkessel laufen zu sehen und den betörenden Duft zu riechen, der dabei den ganzen Raum erfüllt.

Getränke der besonderen Art

Apferol hätte er heißen sollen, aber nachdem sich der Campari-Konzern gegen die Ähnlichkeit des Namens gewehrt hat, einigte man sich auf Apfero. Im Vergleich mit dem Likör, dem das "f" im Namen fehlt wird deutlich, was ein regionales von einem Industrieprodukt unterscheidet. Ein reicher Strauß naturechter Aromen führt den Gaumen wie in die Weite einer Streuobstwiesen-Landschaft, so dass man nicht mehr wirklich von einem Vergleich sprechen kann.

Auch beim Birnoh von Manuel Straßer wird das Destillat mit unbehandeltem Kelternsaft, statt mit Wasser, auf Trinkstärke verdünnt, allerdings von Birnen, nicht von Äpfeln, wie beim Apfero. Danach wird der Aperitiv, der aus absolut nichts anderem als nur Birnen gemacht ist, im Holzfass gereift. Vier Brennereien in vier Regionen Baden-Württembergs stellen ihn in gleicher Weise und unter dem gleichen Namen her, jeweils mit ihrem eigenen Obst. Den baden-württembergischen Landwirtschafts-Innovationspreis haben sie dafür bekommen, aber das ist im Vergleich zu dem Geschmack, der hier kreiert wurde, eigentlich die unbedeutendere Tatsache.

Dass geschmackliche Intensität allerdings nicht nur in Hochprozentigem zu erzeugen ist, zeigt die Rosstriebkellerei mit ihren Schaumweinen.

Gereift im historischen Wasserspeicher

Unter einem winzigen Häuschen, inmitten der hügeligen Streuobstwiesen, liegt in einem ehemaligen Wasserspeicher das Gewölbe der Dettinger Rosstriebkellerei. In 1000-Liter-Tanks wird hier bester Obstsaft von Kellermeister Hans Olpp vergoren. Der Obstsaft für die Rosstriebkellerei wird unter anderem von der Mosterei Randecker schonend gekeltert. Unter der souveränen geschmacklichen Gestaltung durch den Sommelier des Jahres 2007 Evangelos Pattas und von der Manufaktur Geiger im Schlat abgefüllt, wird er von der Rosstriebkellerei zu Getränken verarbeitet, die würdige Botschafter für die wundervolle Landschaft zwischen Albtrauf und Erms sind, aus der sie stammen.

Der Geschmack sortenrein vergorener Früchte vereint sich in sorgfältigen Kompositionen zu einem Gaumenerlebnis der besonderen Art. Das beliebteste Getränk der Dettinger Rosstriebkellerei ist der R5, mit seinem feinen Hauch von roten Weinbergpfirsichen. Aber auch der VULCANO, nach Cidre-Art hergestellt, beeindruckt durch das erfrischende, spritzige und aromatische Geschmackserlebnis. Eine wunderbare Alternative zum Alkohol sind der QUIRHA und der DONUM, auch für die festlichsten Anlässe durchaus geeignet.

Mit einem garantierten Aufpreis bis zum dreifachen des üblichen Marktwertes unterstützt die Rosstriebkellerei die Obstbauern im Erhalt der selten gewordenen Obstsorten und der ökologisch so wertvollen Streuobstwiesen und hilft so, die über 5000 (!) dort lebenden Tier- und Pflanzenarten zu schützen.

Die Rosstriebkellerei, die Brennscheuer Straßer und die Brennerei Walter tragen so dazu bei, aus einmaligen Landschaften einmalige Genusserlebnisse zu kreieren - sei es auf der Zunge, oder in der Natur, bei einem Spaziergang durch die wunderschönen Wiesen.

www.rosstriebkellerei.de | www.brennscheuer-strasser.de | www.brennereiwalter.de

Datum

12.06.2017

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